Städteregion - Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Dezernats

Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Dezernats

Von: Jutta Geese
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Sie übernimmt als erste Frau ein Dezernat in der Städteregion: Edeltraud Vomberg, Professorin an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich Sozialwesen, wird ab dem 1. September Sozialdezernentin. Foto: Roeger

Städteregion. Sie wird die erste Frau in der Behördenleitung der Städteregion sein: Prof. Edeltraud Vomberg, Wahl-Aachenerin seit 1979 und seit 1997 Professorin an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich Sozialwesen, übernimmt am 1. September das Sozialdezernat.

Die 54-Jährige tritt die Nachfolge von Günter Schabram an, der im Juli 2014 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausgeschieden ist und dessen Stelle erst nach einem Jahr wieder besetzt werden sollte.

27 Frauen und Männer hatten sich auf die Stelle beworben. Vomberg habe die Auswahlkommission in dem zweistufigen Auswahlverfahren mit ihrer „herausragenden fachlichen Kompetenz“, aber auch mit ihren „menschlichen Kompetenzen“ überzeugt, sagt Städteregionsrat Helmut Etschenberg. „Sie wird keine Probleme haben, als erste Frau in der Behördenleitung akzeptiert zu werden und Akzente zu setzen.“

Das große Plus von Vomberg: Sie kennt die praktische Sozialarbeit in einer Kommune genauso gut wie die Theorie, Lehre und Forschung. Nach dem Studium (Sozialwissenschaften und Germanistik an der RWTH Aachen) war sie vier Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hochschuldidaktischen Zentrum der RWTH, hat promoviert – und hat dann neun Jahre lang die Geschäftsführung des Vereins „Ausbildungswerkstatt Aachen“ im Diakonischen Werk innegehabt, der sich vor allem um Qualifizierung und Beschäftigung junger Arbeitsloser gekümmert hat. „1997 habe ich dann die Chance bekommen, an die Hochschule Niederrhein zu wechseln und dort den Studiengang Sozialmanagement mit aufzubauen“, sagt sie. Seit dem Jahr 2010 leitet sie das Institut für Forschung und Entwicklung in der sozialen Arbeit. „Wir arbeiten dort an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis“, sagt sie und man merkt ihr an, dass es ihr nicht leicht fällt, ihr Institut mit den immerhin 20 Beschäftigten „alleine zu lassen“.

Als Sozialdezernentin der Städteregion wird Vomberg dann für mehr als 230 Beschäftige in sechs Ämtern sowie – mittelbar – für 320 Beschäftigte im Jobcenter und für mehr als die Hälfte des Haushalts der Städteregion verantwortlich sein. Stolze 320 Millionen Euro umfasst der Sozialetat. Eine Verantwortung, die sie nicht schreckt. Ebenso wenig die Tatsache, dass auch der Sozialbereich vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen steht, was sicherlich nicht ganz ohne Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Akteuren in den Verbänden und der Politik über die Bühne gehen wird.

„Ganz, ganz wichtig ist mir, die freien Träger einzubinden“, betont Vomberg. „Ich glaube, man kann über notwendige Veränderungen mit Trägern sprechen, wenn man sie versteht. Und ich kenne die Trägersicht aus den zehn Jahren Ausbildungswerkstatt gut.“ Bei Gesprächen über Leistungen und Zuschüsse müsse es darum gehen, „vernünftige Konditionen für beide Seiten“ auszuhandeln.

Die Zusammenarbeit mit den regionsangehörigen Kommunen sieht Etschenberg bei Vomberg auch „in guten Händen“. Und das sei wichtig. Denn die Städteregion habe in vielen Bereichen nur eine „anstoßende Rolle“, die Umsetzung liege bei den Kommunen.

Nicht zuletzt muss Edeltraud Vomberg sich demnächst auch mit Politikern auseinandersetzen. Aber auch das schreckt sie nicht. „Ich finde es wichtig, dass Politiker vor Ort sich engagiert einbringen. Aber ich hoffe, dass wir das über alle Fraktionen hinweg im Konsens schaffen. Denn nichts ist schlimmer als politisches Gehacke auf Kosten der betroffenen Menschen.“

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