Aachen - Sicherheit: Aseag setzt auf Kameras statt auf Mikroskope

Sicherheit: Aseag setzt auf Kameras statt auf Mikroskope

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In Maastricht wird zurzeit über Busspuren der anderen Art diskutiert. Dort sollen die ÖPNV-Chauffeure bald mit handlichen Plastikdosen in Reichweite auf Tour gehen - damit sie etwaige DNA-Proben zum Beispiel von Haaren oder Speichel gewalttätiger Fahrgäste sichern können.

Bei der Aseag ist diese Hightech-Variante der Abschreckung und Verfolgung derzeit aber kein Thema, erklärt deren Sprecherin Anne Linden auf Anfrage. „Allerdings sind wir wieder dazu übergegangen, Trennscheiben in den Fahrerbereichen einzurichten.”

Bei Kollegen und Passagieren stoße die Maßnahme indes nicht auf ungeteilte Zustimmung. Schließlich waren die Barrieren vor Jahr und Tag abgeschafft worden, um Service und Kommunikation zu erleichtern. Dennoch gebiete die Sicherheit des Personals einen Rückgriff auf die ungeliebte Praxis, betont die Aseag-Sprecherin.

In der Regel würden Busse, die mit solchen Sicherheitsscheiben ausgerüstet sind, bevorzugt in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt, weil dann mit Attacken auf Fahrer oder Randale erfahrungsgemäß häufiger zu rechnen sei.

Überdies werden weitere zwölf Aseag-Gefährte bis zum Jahresende mit Videokameras ausgerüstet. Zurzeit verfügen bereits 58 der insgesamt rund 350 Busse über die elektronischen Wächter.

Bereits vor rund vier Jahren hatte die Aseag die ersten Kameras installieren lassen, nachdem es vermehrt Übergriffe auf Busfahrer gegeben hatte. Rechtlich fußt die Maßnahme übrigens auf Paragraf 6b des Bundesdatenschutzgesetzes. Demzufolge ist eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum - und dazu gehören natürlich auch die Fahrzeuge der Roten Flotte - zulässig, sofern die Kameras als solche gekennzeichnet sind.

Allerdings erfassen die Objektive, die an der Tür angebracht sind, nicht die Fahrer selbst - schließlich sollen die nicht permanenter Beobachtung ausgesetzt sein. Zudem werden die Aufnahmen nach 36 Stunden automatisch gelöscht, sofern sie nicht aus gegebenem Anlass ausgewertet werden. Dies ist laut Linden in der Vergangenheit mehrfach - und stets im Beisein des Betriebsrats - erfolgreich praktiziert worden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert