Sicherheit am Bushof: Mehr Polizisten und mehr Technik

Von: Stephan Mohne
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„Pfefferspray wieder vorrätig“, aber bald unnötig? Die Polizei startet mit der Videoüberwachung am und im Aachener Bushof Anfang 2017. Sechs Kameras mit je zwei Objektiven werden installiert. Foto: Michael Jaspers
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Angstraum: Viele meiden den Bushof längst. Die Polizei will das Sicherheitsgefühl stärken – und hat dazu auch endlich deutlich mehr Personal.
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Auch Kameras sollen der Sicherheit im und am Bushof dienen.

Aachen. Ungefähr vor einem Jahr: Man erinnert sich an die Raubserie, die seinerzeit vor allem Nachtschwärmer in der City traf. Im Wortsinn. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ging gleich mit in die Knie. Die Polizei hielt dagegen. Mit „Schwerpunkteinsätzen“.

Insbesondere an den Wochenenden waren zu nächtlicher Stunde etliche Polizisten auf den Beinen, um gegenzuhalten. Mit Erfolg. Die Welle ebbte ab. Aber das hatte auch für die Polizei einen Preis: Überstunden noch und nöcher, Beamte am Kräftelimit. Doch bald schon soll es noch viel mehr dieser „Schwerpunkteinsätze“ geben. Mal gegen Straßenkriminalität, mal gegen Einbrecherbanden, mal gegen Drogen, mal gegen bandenmäßigen Autoklau oder was sonst gerade so anliegt – oder gleich gegen mehrere dieser Straftaten. Wie, bitteschön, soll das gehen?

Es geht, sagt Polizeipräsident Dirk Weinspach. Denn die Aachener Polizei hat jetzt einiges mehr an Personal. Was auf ein Zwölf-Punkte-Programm der Landesregierung zurückzuführen ist, das nach den Vorfällen der Silvesternacht in Köln flugs aufgelegt wurde. Weinspach verfügt jetzt über annähernd „zwei Schichten“ an Polizisten mehr. Teils werden sie auf die Straßen der Städteregion geschickt, teils kann man nun auch Überstundenberge abschmelzen. Mehr noch: Über die in Aachen stationierte Einsatzhundertschaft durfte man bisher 16.000 Stunden im Jahr verfügen. Das wird auf satte 32.000 Stunden verdoppelt – weil im Ruhrgebiet eine neue Hundertschaft ins Leben gerufen wurde.

Der Polizeipräsident freut sich unter dem Strich auf deutlich mehr Kontrollstationen gegen reisende Einbrecherbanden oder auch verdeckte und offene Maßnahmen. Gut möglich, dass demnächst zum Beispiel in Wohngebieten im Kampf gegen Einbrüche deutlich mehr Polizei unterwegs ist. Was zuvor mangels Kapazitäten vielfach nicht ging. Man komme jetzt in Sachen Sicherheitsgefühl der Bevölkerung „einen entscheidenden Schritt voran“. Bereits mit den bisherigen Einsätzen habe man Teile der Straßenkriminalität zurückgedrängt – was sich auch in den Zahlen niederschlage. Das soll jetzt noch stärker möglich sein.

Auch auf anderen Gebieten könne man nachlegen. Einen Rockerkrieg in Aachen habe man „im Keim erstickt“ – mit enormem Personalaufwand. Jetzt will man sich auch Angst und Schrecken verbreitenden Familienclans widmen, die es auch in unserer Region gebe.

Und weil zudem die Gerichte und die Staatsanwaltschaft in Aachen jüngst mehr Personal bekommen haben, will man im Schulterschluss – auch mit Stadt und Städteregion – Verfahren schneller abschließen und je nach Fall sogar binnen einer Woche oder gar eines Tages zu einer Verurteilung kommen (siehe dazu Titelseite und „Region & NRW“). Kriminelle sollten merken, dass sich Straftaten in Aachen nicht lohnen, wie es Städteregionsrat Helmut Etschenberg sagt.

Und es kommt noch eine weitere, wenn auch lokal beschränkte Variante hinzu: Anfang 2017 startet am und im Aachener Bushof die beim Land beantragte und dort bewilligte Videoüberwachung. Sechs Kameras mit je zwei Objektiven werden installiert – zwei davon im Bushof, vier rundherum. Der Bereich ist in Aachen ein echter Kriminalitätsschwerpunkt. Was laut Gesetz Voraussetzung für die Überwachung ist. Nicht gegeben seien die Voraussetzungen für den Bereich Pontstraße, den man ursprünglich auch für eine solche Maßnahme ins Auge gefasst hatte. Das „verlängerte Auge“ der Polizei wird in der Wache Mariental an den Bildschirmen sitzen und Alarm schlagen, wenn sich am Bushof etwas zusammenbraut.

Über etliche Augen mehr verfügt die Aachener Polizei also jetzt. Menschlich und technisch.

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