Sicheres Radfahren wie in Dänemark

Von: Sarah Sillius
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Auf einem guten Weg zu einem modernen Verkehrsnetz: Die Straßenmarkierungen, die im Rahmen des Maßnahmenplans entstanden sind, sollen Radfahren in Aachen sicherer und flexibler gestalten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was in Kopenhagen schon längst Standard ist, soll sich nun auch in Aachen etablieren: das „indirekte Linksabbiegen”. An einigen Kreuzungen im Bereich des Grabenrings sind die neuen Markierungen zu finden.

Sie sind nur einer von vielen Bestandteilen im Maßnahmenplan Radverkehr, der 2008 einstimmig beschlossen wurde. Die Vorgabe: An 28 Hauptverkehrsstraßen sollen Schutz- oder Radfahrstreifen angebracht und bauliche Anpassungen vorgenommen werden.

Schwerpunkte sind Grabenring, Alleenring, Straßen im Aachener Osten und Ausfallstraßen. Im Sommer wurde der erste Abschnitt realisiert: Templergraben, Löhergraben, Alexiandergraben und Kurhausstraße haben eine neue Markierung erhalten.

Zeit für eine aktuelle Bestandsaufnahme. Gisela Nacken, Planungs- und Umweltdezernentin, erinnerte noch einmal an die Ziele des Plans: „Wir möchten damit viel mehr Menschen dazu bewegen, das Fahrrad zu benutzen.” Konkret soll der Radverkehrsanteil von 15 auf 20 Prozent steigen. Auch der Luftreinhalteplan soll eingehalten werden, denn: „In Aachen wurden die EU-Grenzwerte der Feinstaubbelastung überschritten”, erklärte Nacken.

Keine klassischen Radwege

Damit sich die Verkehrssituation grundlegend verbessern kann, bedarf es fortschrittlicher Maßnahmen. „Heute gibt es keine klassischen Radwege mehr”, erläuterte Stadt- und Verkehrsplaner Ralf Kaulen das moderne Konzept.

Die neuen Radwege liegen nicht mehr auf dem Fußgängerweg, sondern wurden auf die Fahrbahn verlegt. Darauf befinden sich nicht nur Markierungen für das indirekte Linksabbiegen, sondern auch durchgezogene Radfahrstreifen und gestrichelten Linien, die vor Gefahren wie aufschlagenden Türen oder ausparkenden Autos schützen.

Sicherheit auch für Autofahrer

Wovon die beteiligten Akteure überzeugt sind: Die Markierungen sind nicht nur gut für die Radfahrer, sondern würden auch Auto- und Busfahrern zusätzliche Sicherheit bieten. Für sie sind die Radfahrer fortan besser zu sehen. „Mangelnde Sicht zwischen Verkehrsteilnehmern” sei die größte Gefahrenquelle, erklärte Kaulen.

Rote Straßenmarkierungen zeigen Konfliktbereiche zwischen Rad- und Autofahrern an. Dass durch die Maßnahmen Fahrspuren für Autos weggefallen sind, halten die Akteure nicht für verkehrsbehindernd. Kaulen ist überzeugt: „Der Verkehr ist geschmeidiger geworden.”

Klar, die neuen Markierungen habe noch nicht jeder Öcher verstanden. Aber Kaulen ist optimistisch: „Jede Veränderung braucht nun mal seine Zeit.”

Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement, gab einen Vorgeschmack auf die weiteren Förderprojekte. Dazu zählen zum Beispiel die Radverkehrsanlagen Adenauerallee bis Bismarckstraße, der Fahrstreifen Roermonder Straße, der Vennbahnlückenanschluss oder der zweite Bauabschnitt für den Schutzstreifen am Boxgraben.

Zunächst aber soll der Karlsgraben im kommenden Frühjahr markiert werden, parallel zur Sanierung der dortigen Bushaltestelle. 2011 stehen zudem die Arbeiten auf dem Alleenring an, falls der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung - wie erwartet - eintrifft. Auch die Planungen für die Hauptverkehrsstraßen in Aachen-Ost laufen auf Hochtouren.

Die Kosten des Maßnahmenplans, der mit Fördermitteln des Landes NRW finanziert wird, wird auf insgesamt 900.000 Euro geschätzt.
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