Aachen - Sicherer Segler mit Kurs auf Menschen

Sicherer Segler mit Kurs auf Menschen

Von: chc
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Sein Lachen und seine liebevolle Seelsorge haben viele über Jahrzehnte begleitet: Der ehemalige Dompropst Dr. Hans Müllejans zelebrierte den Gottesdienst zu Ehren von Monsignore Anton Knippen (rechts), der jetzt sein 70-jähriges Priesterjubiläum beging. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sicher, das Gehen ist beschwerlicher geworden. Alles andere wäre mit 93 Jahren auch verwunderlich. Aber der Gang zum Altar von St. Gregorius ist für Anton Knippen keine Last oder Mühe. Das ist ihm deutlich anzusehen. Anton, besser bekannt als Toni Knippen, strahlt über das ganze Gesicht.

Es ist ein warmes Lächeln, das von Herzen kommt, so etwas wie sein Markenzeichen. Als Knippen sich den Weg zum Altar bahnt, da platzt die Pfarrkirche aus allen Nähten. Gefeiert wird das 70. Priesterjubiläum des Mannes, den Papst Johannes XXIII. vor 50 Jahren zum Monsignore ernannte.

„Jesus als Freund”

Die Gemeinde ist stolz, dass Knippen aus diesem Anlass bei ihnen feiern will. „Wir erinnern uns an die vielen schönen Gottesdienste, und gerade den Kindern haben Sie ein schönes Jesus-Bild vermittelt: Jesus als Freund”, sagt Gemeindereferentin Anita Zucketto-Debour. Wo er war, hinterließ Knippen Spuren.

Nie hat sich die Perspektive des Priesters auf den eigenen Kirchturm beschränkt, auch der Weltkirche galt stets sein Blick. Dabei verschrieb er sich besonders der Förderung junger Künstler. Bis heute. Und Toni Knippen sei ihr auch wegen seiner Vorliebe für den rheinischen Humor ans Herz gewachsen, sagt Zucketto-Debour. Oft hätte die Gemeinde ihn als laut lachenden Ehrengast bei ihren Karnevalsfesten begrüßen können.

Auch für den Hauptzelebranten, den ehemaligen Dompropst Dr. Hans Müllejans, ist die Jubiläumsmesse eine persönliche Angelegenheit. Ihn verbindet eine 50-jährige Freundschaft mit Knippen. Müllejans sagt, dass er bei weitem nicht der einzige Geistliche ist, der beim Monsignore Rat sucht und bekommt.

Heinrich Mussinghoff gratuliert per Brief. „Sie haben das kirchliche Leben 70 Jahre mitgetragen und mitgestaltet”, schreibt der Bischof. Dann blickt Müllejans auf das Leben des Toni Knippen zurück. Kurz nach der Priesterweihe 1939 wurde er als Sanitätsunteroffizier eingezogen.

Die Grauen des Zweiten Weltkriegs erlebte er an der Ostfront. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen verlor der leidenschaftliche Segler seinen Kurs nie aus den Augen. „Toni Knippen hat sich auf die Menschen eingelassen, er ist auf sie zugegangen”, sagt Müllejans.

Beim anschließenden Empfang sind es die Menschen, die auf Toni Knippen zugehen. Die Schlange der Gratulanten scheint endlos. Ein ähnliches Bild dürfte am kommenden Mittwoch zu beobachten sein. Dann wird Toni Knippen 94 Jahre alt.
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