Sicher von A nach B in der Uniklinik: Smartphone-App soll helfen

Von: Annika Kasties
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Die Farbgebung ist an den Teppich angepasst: Die Smartphone-App Inways soll Besucher bald durch die Uniklinik lotsen. Foto: Harald Krömer
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Am Dienstag stellte Inways-Gründer Maaged Mazyek die Anwendung OB Marcel Philipp vor. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das gelbe Warnschild hat Maaged Mazyek nicht eingeplant. „Rutschgefahr“ steht dort in schwarzen Lettern. Der frisch gewischte Boden vor den Aufzügen versperrt den Weg zur Blutspendezentrale, zumindest über genau den Aufzug, den die Navigations-App Inways als kürzeste Strecke berechnet hat.

Eine alternative Route ist nicht vorgesehen. Noch nicht, denn die App befindet sich aktuell noch im Feldversuch. Doch Mazyek nimmt den Vorführeffekt bei der Präsentation seiner mobilen Anwendung in der Uniklinik mit Gelassenheit hin – und geht kurzerhand an dem gelben Schild vorbei in Richtung Treppenhaus. In manchen Momenten ist der gesunde Menschenverstand der Digitalisierung eben doch noch einen Schritt voraus.

In zwei bis drei Monaten dürfte diese bereits deutlich aufgeholt haben. Dann nämlich soll die Smartphone-App die Patienten und Besucher der Uniklinik nicht nur zum Blutspenden lotsen, sondern unter anderem auch zur Untersuchung in die Radiologie und zu einzelnen Patientenzimmern.

Die Idee, an der Inways-Gründer Mazyek seit 2013 arbeitet, ist denkbar einfach: Sucht der Nutzer einen bestimmten Raum in einem Gebäude – zum Beispiel das Zimmer, in dem die Tante gerade eine Beinoperation auskuriert –, muss er diesen einfach in der Suchfunktion der App eingeben. Anhand einer dreidimensionalen Karte weist die mobile Anwendung dann den Weg von A nach B – genau so, wie man es bereits von Google Maps und anderen Navigationsapps kennt – jedoch unabhängig von WLAN und mobilen Daten. „Navigationsgeräte gehören seit mehr als zehn Jahren zu unserem Alltag. Doch wenn wir uns in Gebäuden aufhalten, befinden wir uns wieder in der Steinzeit und sind auf wegweisende Schilder angewiesen“, sagt der gebürtige Aachener.

Mit der Steinzeit will Peter Asché, kaufmännischer Direktor der Uniklinik, das Krankenhaus zwar nicht in Verbindung bringen. Nichtsdestotrotz sieht er in der Anwendung einen wichtigen Baustein im Ausbau der Digitalisierung. „Wir wollen einen zusätzlichen Service für unsere Patienten und Besucher schaffen.“

In vier Gebäuden in Betrieb

Dabei ist die Uniklinik nicht das erste Aachener Krankenhaus, in dem die Besucher unter Umständen noch häufiger mit gesenktem Blick aufs Smartphone durch die Flure schleichen als sonst schon. Im Marienhospital ist die Anwendung bereits im Betrieb, und auch in einem Lebensmittelmarkt im Südviertel und in einem Baumarkt im Aachener Osten können Nutzer sich auf direktem Weg zur Käsetheke oder zum Hammer lenken lassen. Auch OB Marcel Philipp, der es sich nicht nehmen ließ, als einer der ersten Besucher der Uniklinik zur Blutspendezentrale auf Ebene E geleitet zu werden, könnte sich nach eigenen Aussagen durchaus vorstellen, dass die App eines Tages auch in städtischen Verwaltungsgebäuden zur Anwendung kommt.

Möglich machen dies kleine Modulen an der Decke, die ein wenig an Rauchmelder erinnern. Sie werden an entsprechenden Eckpunkten im Gebäude montiert und ermitteln anhand von Sensoren den genauen Standort der App-Nutzer, ein Algorithmus berechnet dann den kürzesten Weg zum gewünschten Ziel, beschreibt Mazyek, ohne zu sehr in technische Details zu gehen. Denn: „Die Idee ist zwar einfach, die Umsetzung jedoch nicht.“

Blick auf den Datenschutz

Details über seine Nutzer werde Inways übrigens nicht sammeln, versichert Mazyek mit Blick auf den Datenschutz. „Wir speichern keine personenbezogenen Daten.“ So werden in der App auch keine Patientennamen gespeichert. Wer also wissen möchte, in welchem Zimmer die Tante mit Gipsbein liegt, wird weiterhin am Empfang nachfragen müssen. „Wir schaffen keine Rezeption ab“, sagt Mazyek. Und das dürfte insbesondere die Besucher gehobenen Alters beruhigen, die kein Smartphone besitzen. Die klassischen Hinweisschilder und Handzettel zur Orientierung werden laut Klinikleitung natürlich weiter zum Einsatz kommen. Und zur Not hilft sicher auch der gesunde Menschenverstand.

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