Sich sozialen Herausforderungen stellen

Von: Katrin Albrecht
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Hohes Interesse an neuen Ideen: Die Aachener CDU-Chefin Ulla Thönnissen thematisierte den Arbeitsmarkt und die Frage staatlicher Subventionen bei Wiedereingliederungsmaßnahmen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wie begegnet Politik den sozialen Herausforderungen von morgen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Rosfabrikgesprächs, zu dem die Toni-Jansen-Stiftung anlässlich des 30. Geburtstages des Sozialwerks Aachener Christen Stifter, Freunde und Mitarbeiter eingeladen hatte.

Die Frage diskutierten Ulla Thönnissen, Kreisvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Aachener CDU, und Armin Laschet, Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen, mit den Gästen. Dr. Simone Pfeifer-Bonenkamp führte durch den Abend und führte die Anwesenden durch 30 Jahre Arbeit des Sozialwerks, das 1982 aus einer Bürgerinitiative um Pfarrer Toni Jansen hervorging, um arbeitslosen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten.

„Ein, wie wir damals dachten, vorübergehendes Phänomen“, so Pfeifer-Bonenkamp. Doch das Phänomen blieb, die Arbeit des Sozialwerks bietet heute ein umfassendes Spektrum von begleitenden Maßnahmen für Jugendliche bei der Berufswahl sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.Die jüngsten wirtschaftlichen und gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Euro-Krise oder der demographische Wandel, betreffen auch die Arbeit des Sozialwerks ganz unmittelbar.

In zwei kurzen Impulsreferaten legten Thönnissen und Laschet ihre Überlegungen zur Entwicklung der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Rentenpolitik dar. Dabei sprach sich Ulla Thönnissen dafür aus, einen staatlich subventionierten Arbeitsmarkt für diejenigen zu etablieren, die sich nicht mehr in den allgemeinen Arbeitsmarkt integrieren lassen. Darüber müsse eine gesellschaftliche Grundsatzentscheidung getroffen werden. Und sie warnte: „Das Wir-Gefühl in der Gesellschaft geht zunehmend verloren, dem müssen wir entgegensteuern.“

Armin Laschet machte anhand eines Rechenbeispiels deutlich, wie tiefgreifend der demographische Wandel in Deutschland sein wird. Die Generation der Babyboomer, die heute 45- bis 54-Jährigen, machen einen Bevölkerungsanteil von 13 Millionen aus. Dem gegenüber stehen die 5- bis 14-Jährigen, die etwa sieben Millionen ausmachen und in Zukunft die Renten der Älteren sichern sollen. „Wir können es uns zukünftig nicht leisten, irgendeines dieser Kinder im Bildungssystem zurückzulassen“, mahnte Laschet. Auch eine längere Lebensarbeitszeit würde nötig. Die Gruppe der Über-50-Jährigen werde in Zukunft eine wichtigere Rolle auf dem Arbeitsmarkt spielen. Doch all dies würde immer noch nicht ausreichen, um das Bestehen der Sozialsysteme aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund sprach er sich erneut für eine Zuwanderung von qualifizierten ausländischen Fachkräften aus.

Im Zusammenhang mit der Frage, wie in Aachen Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, warb er auch für Projekte wie den Anschluss des Aachener Hauptbahnhofs an die Eurostar-Linie oder die Campusbahn. „In solchen Projekten steckt viel Potenzial für die Attraktivität einer Stadt als Wirtschaftsstandort“, so Laschet. Der Abend beinhaltete nicht nur eine lebhafte Diskussion, sondern auch eine Staffelstabübergabe. Toni Jansen wird sich zum kommenden Jahr aus dem Vorstand des Sozialwerks zurückziehen. Sein designierter Nachfolger, Peter Köster, führte sich mit einer Vorstellung eines neuen Projektes ein. „Take Five“ wendet sich an Schüler der fünften Klassen an Hauptschulen. Ein Netzwerk aus Eltern, pädagogischen Fachkräften des Sozialwerks und ansässigen Unternehmen soll sie auf ihrem weiteren Weg begleiten.

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