Sessionsauftakt Karneval: Trotz Regen gute Stimmung

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Fastelovvend ist, wenn man trotzdem lacht: Die Jecken ließen sich den Sessionsauftakt am Kugelbrunnen vom fiesen Wetter nicht verderben. Foto: Michael Jaspers
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Buntes Bild unter trübem Himmel: Der Festausschuss Aachener Karneval um Präsident Frank Prömpeler bot zum Start in die Session ein stimmungsvolles Programm auf. Unter anderem waren die 4 Amigos erstmals dabei.
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Große und kleine Tollität – wobei der Unterschied gar nicht sooo groß ist: Prinz in spe Thomas III. (Jäschke) und der designierte Märchenprinz Luc I. (Piwko) bewiesen beim Prinzenempfang im Rathaus, dass sie höchst sympathische jecke Würdenträger sein werden.
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Jecke Jiraffe: Während diese Gruppe schon prächtig verkleidet daherkam, hatten Kostüme am Kugelbrunnen insgesamt leider eher Seltenheitswert.

Aachen. Neä Kenger, wat e Weär wier, wa! Petrus muss wohl noch die Pappnase polieren und hat offensichtlich den 11. im 11. verpennt. Nein, ein solch useliges, fieses Wetter haben die Öcher Jecken nicht verdient. Und auch nicht die Oberjecken vom Festausschuss Aachener Karneval (AAK).

Dabei haben die Jungs der im vergangenen Jahr neu formierten Führungsriege des Dachvebandes der Karnevalsvereine richtig gute Arbeit geleistet und den früher bisweilen etwas dröge daher kommenden Sessionsstart prima aufgepeppt. Allein: Selbst manch gestandener Fastelovvendsfetischist ist an diesem Freitag im warmen Wohnzimmer geblieben. Die Reihen vor der Bühne am Kugelbrunnen – diesmal im Gegensatz zur Posse im vergangenen Jahr offenkundig ohne Probleme genehmigt – weisen diverse Lücken auf. Kein Wunder beim stetigen (Niesel-)Regen.

Auf bis zu 1000 Jecke schätzt der flott und locker moderierende AAK-Präsident Frank Prömpeler später die Besucherzahl. Das kann allerdings nur gelten, wenn man es über den ganzen Tag verteilt betrachtet. Wer sich nicht aufgerafft hat, verpasst ein Programm, das man als „Best of“ des Öcher Fasteleers zusammenfassen kann. Schon weit vor 11.11 Uhr wummert es aus den Lautsprechern. Wobei das Wort Aufwärmprogramm wohl nie zuvor treffender verwendbar war. Die Band „Sang & Klanglos“ macht ihrem Namen keine Ehre, Ramona und Roberta Daum legen ebenso los wie die Öcher Troubadoure und Martina Dombrowsk, die alle den bereits früh versammelten Jecken zumindest musikalisch einheizen.

Währenddessen gibt es im Rathaus einen prinzlichen Empfang für die designierten Tollitäten Thomas III. (groß) und Luc I. (klein), bei dem schon ziemlich klar wird, dass die Jecken auch dieses Jahr von zwei höchst sympathischen Würdenträgern regiert werden. Und dann gibt es doch tatsächlich schon den ersten Karnevalszug durch die City. Hinter dem Königlichen Spielmannszug aus Walhorn reihen sich die Fahnenabordnungen der Vereine auf und marschieren zum Kugelbrunnen.

Kölnerin gibt den Startschuss

Was folgt, beinhaltet die eine oder andere Neuheit. So darf – Premiere Nummer eins – eine Kölnerin (!) den offiziellen Startschuss für die jecke Zeit, die diesmal zwar wie immer mit Aschermittwoch, dafür aber erst am 1. März endet. Stadtdirektorin Annekathrin Grehling vertritt nämlich den dienstreisenden OB. Nein, Öcher Platt hat sie nicht drauf. Dafür aber tut sie das, was sie als Kämmerin besonders gut kann: zählen, und zwar von zehn abwärts. Dann ist die fünfte Jahreszeit eingeläutet.

Das erstmals komplett vom neuen AAK-Team sowie dem Stammtisch der Kommandanten und Präsidenten zusammengestellte Programm – Premiere Nummer zwei – kommt dann gleich mal als echter Knaller um die Ecke. Und das nicht nur, weil diesmal auch die umjubelten 4 Amigos – Premiere Nummer drei – am Start sind. Vielmehr gibt es gleich reihenweise Möglichkeiten, sich in Bewegung zu versetzen und somit die Körpertemperatur ein bisschen nach oben zu regulieren.

Da ist zum Beispiel – Premiere Nummer vier – die Kombo „Tästbild“ aus Richterich, die neu im Fastelovvend einschlägt. Nie zuvor auf der AAK-Bühne standen zudem – Premiere Nummer fünf – die Kenger vajjen Beverau, die dann gleich auch selbige besingen und so an den unvergessenen Prinzen Hanns Bittmann erinnern. Die Kenger aus der Domsingschule nutzen den Auftritt schwungvoll als Werbung für ihre CD „Wat ne echte Öcher es...“, die noch im November erscheint und deren Verkaufserlös Kindern in Not zugute kommt.

Werbung für sich macht auch der Mann, der am 7. Januar den Narrenthron besteigt – Thomas III. (Jäschke), der am Kugelbrunnen schon mal einen Ausschnitt seines gesanglichen Repertoires zum Besten gibt. Und wäre es an diesem Tag noch ein bisschen kälter, hätte sogar sein Sessionsmotto wie die Faust aufs Auge gepasst: „Met Ski ajjen Föss d´r Brand eraf, der klenge Prenz fiert Oche Alaaf!“ Natürlich gibt auch Märchenprinz in spe Luc I. (Piwko) eine Kostprobe – und die designierten Stadtteilprinzen dürfen überdies nicht fehlen.

Die Besten auf der Bühne

Auf der Bühne feuern die Top-Stimmungskanonen des Aachener Karnevals eine Ohrwurmsalve nach der anderen ab. De Originale dürfen ebenso wenig fehlen wie Urgestein Hans Montag, die Öcher Stadtmusikanten, die ebenfalls mit einer neuen CD ausgerüsteten Pöngche, Kurt Christ, De Spetzbouve und eben die 4 Amigos. Einzig das Sessionsmotto des AAK ist für manchen doch etwas gewöhnungsbedürftig: „Future Lab – en Oche närrisch jeck“.

Ansonsten haben die Organisatoren dieses Mal alles richtig gemacht, was vormals oft kritisiert wurde. Mit viel Schwung gehts in die Session. Nur Petrus muss für die tollen Tage noch ein bisschen üben.

Oder man sieht es wie Frank Prömpeler: „Die Öcher haben die Sonne im Herzen.“

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