Aachen - Serie von Gewalttaten in Familien

Serie von Gewalttaten in Familien

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Thema Gewalt in den eigenen vier Wänden ist für die Polizei nicht neu. Neu ist aber, dass sich die Taten immer mehr häufen.

„Das nimmt deutlich zu”, muss Polizeisprecher Paul Kemen bilanzieren. So einen Tag wie diesen Mittwoch gab es allerdings in der Statistik auch noch nicht. Binnen weniger Stunden kam es im Aachener Stadtgebiet zu einer ganzen Reihe häuslichen Gewalttaten, deren Opfer Frauen und sogar kleine Kinder waren.

Möbel demoliert

Los ging es bereits am Mittwochvormittag in Eilendorf. Dort randalierte ein 19-Jähriger bei einem Streit mit seiner Partnerin in einer Wohnung. Und das war nicht das erste Mal. Im Einsatzbericht ist vermerkt, dass der Mann Möbel demolierte und sich schließlich noch den Beamten in den Weg stellte. Die Frau ist schwanger. Gegen den 19-Jährigen wurde ein 10 Tage dauerndes Rückkehrverbot erlassen. Eine Strafanzeige wurde überdies gefertigt. Beides gilt auch für die nachfolgenden Fälle.

So kam es am Nachmittag in einer Wohnung an der Alt-Haarener-Straße zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. „Dabei ging es um eine zerbrochene Beziehung und das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn”, sagt Polizeisprecher Kemen. „Wechselseitig” habe es Ohrfeigen gehagelt. Ganz krass wurde es dann in Forst. Dort rastete ein Mann aus, der laut Kemen seine Familie bereits seit Jahren traktiert. Als der Mann nun erneut auf seine Frau einschlug, ging sein ältester Sohn, 17 Jahre alt, dazwischen, um seine Mutter zu schützen.

Daraufhin wurde der von dem Vater ebenfalls niedergeschlagen. Opfer der Gewalt wurden laut Polizei auch die beiden anderen Kinder, 6 und 14 Jahre alt. Am Adalbertsteinweg schließlich verprügelte ein Mann seine Ex-Freundin in deren Wohnung. Die Frau erlitt unter anderem Prellungen. Der Mann sei sehr aggressiv gewesen, hielten die Polizeibeamten in ihrem Bericht fest.

Zur Rede gestellt

Von den Verletzten musste schließlich niemand ins Krankenhaus. Alle Opfer wollten selbst Ärzte aufsuchen. Das Rückkehrverbot werde indes von der Polizei überwacht, wie Kemen unterstreicht. Neulich habe man bei einem solchen Fall in der Städteregion Hinweise erhalten, dass der Mann wieder das Haus betreten habe und ihn zur Rede gestellt. Als er angab, keine andere Bleibe zu haben, rief die Polizei kurzerhand die Feuerwehr, die den Gewalttäter in einer Notunterkunft unterbrachte.
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