„September Special“: Puls der Welt pocht en os Oche

Von: Matthias Hinrichs
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Was für ein grandioses Spektakel! Von tausenden Menschen, die gestern Abend zum September Special in die Innenstadt geströmt waren, ernteten die Akteure des urkomischen „Öcher Ovvends“ – hier Manfred Savelsberg – besonders viel Applaus auf dem Katschhof. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nein, an diesem Freitag, dem 13., dräute nicht irgend ein Abend, sondern der Öcher Ovvend schlechthin. Als die Moderatoren Jan und Manfred Savelsberg mit ihren illustren (weil irre lustigen) Gästen zum Rundumschlag in Sachen os Modderesproech ansetzten, blieb auf dem Münsterplatz kein Auge trocken (sondern überraschenderweise nur das Pflaster).

September Special mit „special guests“ – wahrlich ein lokalpatriotischer Leckerbissen im musikalischen Multikulti-Menü. Die Öcher Stars straften die Mär vom vermeintlichen Unglückstag (und die Wetterfrösche) allemal Lügen. Über zwei Stunden brannten sie das viel zitierte Feuerwerk des Frohsinns ab. Für ein zuweilen ein bisschen sentimental-besinnliches, meist aber urkomisch-munteres Programm sorgten Kinder der Domsingschule, Gitarrist Dieter Kaspari und Geiger Uwe Böttcher, die russische Liedermacherin Lizusha (entzückend als Öcher Mäddche), Kabarettist Meikel Freyaldenhoven, alias der lange Meikel, die Böstomeritz-Sisters (knackig-charmant) sowie Ägid Lennartz mit Töchterchen Laura und Gitta Haller. Für die musikalische Untermalung des prallen Potpourris übers einzigartige Lebensgefühl des Aacheners an sich sorgte die perfekt gekramte Combo Jazzlite.

Ach ja, Musike war auch sonst noch – und wie. Auf dem Markt heizten die Dancefloor-Derwische von La Fanfare en Pétard („Kapelle im Knallfrosch“) ein. Eine phänomenale Melange aus Ethno, Jazz und Rock präsentierte die Afro-Beat-Formation Mdungu auf dem Katschhof.

Warum also aufhören, wenn‘s am schönsten ist? Zumal die Künstler am Wochenende bereits zur besten Kaffee-Zeit aufs Pflaster locken (Coffee to go tut‘s ja auch mal . . .). Um 16 Uhr werden Samstag wieder die Verstärker aufgedreht. Auf dem Katschhof gibt sich die (auch das gibt‘s) städteregionale Rock-Formation Saturday Night Fish Fry die Ehre. Auf dem Markt garantieren die Altmeister der Somebody Wrong Bluesband (mit Gastmusiker Heribert Leuchter) für feinste Bluesrock-Rhythmen. Mit Rockabilly und urwüchsigem Rhythm‘n‘Blues erobern die Cable Bugs den Münsterplatz. Zur besten Sendezeit, nämlich ab 20.30 Uhr, haben sich Pop- und Indie-Formation Dikta (Katschhof), Afro-Beat-Virtuose Bibi Tanga & The Selenites (Markt) und French-Pop-Sängerin Caracol (Münsterplatz) angesagt.

Sonntag gehört die Altstadt allerdings zunächst einmal den Sportlern. Um 11.15 Uhr fällt der Startschuss zum Solidaritätslauf für Menschen ohne Arbeit. Ein spannender Wettbewerb anderer Art wird um 14.30 Uhr wieder am Eäzekomp eingeläutet. Beim 10. Stawag Music Award geben sich sechs hoffnungsvolle Nachwuchsbands die Mikros in die Hände – als da wären: Best Before End, Lights Out, Camarel, LEAC, Raffzahn and the Hihis sowie Bernhard Gerards. Im Vorprogramm gastieren die A-cappella-Sänger von Mit ohne Alles.

Straßenmusik mal anders

Ein mindestens ebenso aufregendes Vokal-Projekt rockt unterdessen um 14.30 Uhr den Katschhof: Urban Voices heißt die Formation um den Aachener Gitarristen Urban Elsässer, vornweg: die Sängerinnen Samira Saygili, Debbie Schippers und Rafaela Kloubert. Um 15.30 Uhr flicht die italienische Kollegin Francesca Lago auf dem Münsterplatz einen filigranen Klangteppich aus Indie, Pop und Rock.

Bleibt immer noch genug Zeit zum Luft holen, bevor der spezielle September am Sonntagabend in die Endrunde einläuft. Um 20.30 Uhr entert Jimmy Kelly (immer noch berühmt als Spross einer irischen Pop-Poeten-Familie) die Marktbühne mit seinem Street Orchestra, bestehend aus exzellenten Straßenmusikanten, die mit viel Feuer zwischen Irish-Folk, Chansons und Bluegrass unterwegs sind. Auf dem Katschhof geben sich derweil vier „Handwerker“ anderer, aber ebenso exquisiter Art ein Stelldichein. Elbtonal Percussion brilliert zeitgleich mit einem treibend-kreativen Crossover aus Klassik, Jazz, Neuer Musik und Rock. Auf dem Münsterplatz schließlich geht es (ebenfalls ab 20.30 Uhr und fast schon in guter Tradition) wieder rassig-lateinamerikanisch zu. Das Quinteto Angel haucht dem klassischen Tango reichlich temperamentvolles Leben ein. Mittanzen nicht nur gestattet, sondern erwünscht!

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