September Special: Grandioses Fest mit Sicherheitsmängeln

Von: Johannes Leitner
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Wunderschöne Atmosphäre: Tausende Besucher verfolgten am Samstagabend auf dem Markt den fulminanten Auftritt der dänischen Kombo „Thorbjörn Risager & The Black Tornados“ – einer der Höhepunkte des diesjährigen September Special. Foto: Andreas Herrmann
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Nichts ging mehr: Vor allem am Freitagabend kam es an den Zu- und Ausgängen teils zu chaotischen Szenen, weil zeitweise auch niemand den Markt verlassen durfte. Am Samstag besserten die Veranstalter nach. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vier Tage, mehr als 30 Bands, wechselhaftes Wetter und unzählige Besucher in Feierstimmung und Tanzlaune: Das September Special lockte auch in diesem Jahr mit einer unglaublichen musikalischen Bandbreite von Rock, Pop und Jazz über Blues, Funk und Soul bis hin zu Ska, Reggae, Techno und Afrobeat auf vier Bühnen.

Zusätzlich gab es neben dem Riesenrad auf dem Katschhof erstmals ein kulinarisches Festival, die Spitzenköche Christof Lang vom Restaurant La Becasse sowie Maurice de Boer vom Ratskeller und verschiedene Imbissbuden versorgten die Öcher Gaumen mit Köstlichkeiten. Besonderes Highlight war die allabendliche Lichtshow „Aachen leuchtet!“ auf der Rathausfassade am Markt.

Teils chaotische Zustände

Soweit die positiven Aspekte. Kritisch sahen Besucher jedoch die Umsetzung des neuen Sicherheitskonzeptes, das nach der Lichtshow besonders am Freitagabend an den Ein- und Ausgängen am Markt für Probleme und Beschwerden sorgte. Mehrere Leser berichteten von teils chaotischen Zuständen. Doch dazu später mehr.

Den Samstagmittag eröffnete im Elisengarten, der als Bühnenort zurückkehrte, die Sparkassen-Bigband mit feinstem Swing-Jazz, während am Münsterplatz das Duo „Junebug in a Jar“ mit Akustikgitarre und gefühlvollem Gesang die Zuschauer verzückte. Am Markt begeisterte die Gruppe „Emma6“ das Publikum mit Indie-Pop und deutschen Texten.

Der neu hinzugefügte Bühnenstandort am Kármán-Auditorium erwies sich als Zuschauermagnet, nicht nur für Studenten. Hier bot unter anderem das Duo „Brid & Snyder“ elektronische Musik mit druckvollem Bass für die Ohren, im Anschluss lieferte „Gato Preto“ mit ihrer afrikanischen Elektromusik eine wuchtige Show ab, bei der das Trio das Publikum mehr als erfolgreich zum Tanzen animierte.

Am Abend standen dann zwei echte Kracher auf dem Programm: Auf dem Markt rockte die dänische Kombo „Thorbjörn Risager & The Black Tornados“ die Bühne mit ihrer kraftvollen Mischung aus Rock‘n‘Roll, Blues und Soul und im Elisengarten gaben „DePhazz“ mit Sängerin Pat Appleton und Sänger Karl Frierson ihre von Jazz und Funk geprägte Lounge-Musik zum Besten.

Am Sonntagmittag ging es dort mit schwungvollen Jazz-Oldies im New-Orleans-Stil, gespielt von „Sun Lane LTD“, weiter. Zeitgleich bewies die noch junge Band „First Priority“ um Sängerin Marie Rademacher mit Coverversionen und Eigenkompositionen aus Rock und Pop am Münsterplatz ihr Können. Zu den größten Stimmungskanonen zählten ohne Zweifel „The Quicksteps“, die am Nachmittag im Elisengarten mit ihrer Mischung aus Ska und Reggae, dem schmetternden Bläsersatz und schnellen Rhythmen die tanzwütige Bevölkerung geradezu magisch anzog und sogar zu sich auf die Bühne einlud.

Ebenfalls gut besucht war täglich der Katschhof. Neben dem Riesenrad, das einen einmaligen Ausblick über die Dächer der Stadt ermöglichte, warteten hier die Aachener Gastronomen mit Rostbratwurst, Krakauer, Waffeln und Crêpes, aber auch mit Speis‘ und Trank für echte Gourmets auf. Darüber hinaus wurden am Wochenende in einer Malwerkstatt Kinder bespaßt und ermutigt, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Aus Sicht der Sanitäter verlief das Kulturfestival ausgesprochen ruhig, lediglich einen leicht Verletzten musste der private Sanitätsdienst medizinisch versorgen. Ein positives Fazit zogen auch die Veranstalter. Stadtsprecher Bernd Büttgens sprach von einer „Wahnsinnsresonanz“, besonders das Comeback des Elisengartens, die neue Bühne am Kármán-Auditrium sowie das kulinarische Angebot auf dem Katschhof seien gut angekommen. Absoluter Höhepunkt sei jedoch die 3D-Pixelmapping-Lichtshow auf der Rathausfassade gewesen. „Insgesamt haben rund 25.000 Zuschauer die Show gesehen“, so Büttgens. Auch das neue Sicherheitskonzept habe nach Einschätzung der Stadt und des Märkte und Aktionskreises City (MAC) gut funktioniert.

Anders sahen das offenbar Betroffene vor Ort, die sich über teils chaotische Situationen an den Zu- und Abgängen vom Markt besonders am Freitag- und Samstagabend beschwerten. Nach der ersten Lichtshow am Freitag kam es zu Engpässen, als die eine Hälfte den Platz verlassen wollte und die anderen Interessierten ihn betreten wollten. „Wir hatten ein paar Abstimmungsprobleme, die wir sofort geregelt haben“, so Büttgens. Dass am Samstagabend dann jeder ohne Schwierigkeiten den Markt verlassen konnte, aber die Besucher nicht entsprechend auch hineingelassen wurden, sorgte jedoch erneut für Verwirrung.

Ordnungsdezernentin abgewiesen

Selbst Ordnungsdezernentin Annekathrin Grehling wurde quasi vom eigenen Personal am Gitter abgewiesen. „Wenn wir fünf Euro Eintritt verlangen würden, kämen dann zwar nur halb so viele Leute, aber die andere Hälfte würde sich beschweren, dass sie zahlen muss“, kommentierte Manfred Piana, Geschäftsführer des MAC, die Kritik.

Letztlich ließen sich die Öcher davon und vom immer mal wiederkehrenden Regen jedoch nicht die Laune verderben und machten das diesjährige September Special zu einem bunten und stimmungsvollen Musikfestival.

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