September Special: Dem Elisengarten blühen 144.000 Watt

Von: Robert Esser
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Gut geplant, breit beplant: Nach dem Regenschutz folgt heute der Einbau von Lautsprechern und Lichtanlage auf der Bühne im Elisengarten – Beete wurden überbaut und sollen unberührt bleiben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am Donnerstag blüht den Rosen im Elisengarten was: 144.000 Watt strömen nämlich hinter dem Elisenbrunnen von der gut zwölf Meter breiten und sechs Meter hohen Rundbogenbühne – auf und neben Besucher wie Beete.

Hier schlagen der Märkte und Aktionskreis City (MAC) und die Stadt Aachen ab Donnerstagabend, 20 Uhr, für vier Tage Wurzeln – und blättern eine neue Seite des Aachen September Specials auf.

Die Formation „Manou Gallo Groove Orchestra“ von der Elfenbeinküste eröffnet mit energiegeladenem Afrobeat und viel Frauenpower das Festival in der City. Damit wird der Elisengarten nach der Konzertserie zur Reit-WM 2006 erstmals wieder Schauplatz für Livemusik – wobei Landschaftsarchitekten das Areal zwischenzeitlich mit Millionen-Aufwand umgestaltet haben. Was jetzt nicht nur angesichts des seit Jahren wachstumsgestörten Rasens die ein oder andere Herausforderung für Organisatoren und Techniker mit sich bringt. Ein Brunnen muss abgeschaltet und abgedeckt werden. Die Beete – von der Bühnenkonstruktion unberührt – sollen Absperrbaken vor Eindringlingen aus der ersten Zuschauerreihen schützen.

Da unweit der Hauptbühne im Elisengarten nur eine einzige weitere Bühne auf dem Münsterplatz für das Festival zur Verfügung steht, wird mit dichtem Andrang gerechnet. In den Vorjahren verteilte sich das Publikum vor vier Bühnen zum kostenlosen Musikgenuss. Weil aber die Karlsausstellungen derzeit auf der Zielgeraden besonders viele Besucher anziehen, wurden die zwei sonst üblichen Großbühnen auf Markt und Katschhof für dieses Jahr gestrichen. Im Hof gibt‘s am Samstag und Sonntag ausschließlich ein Kinderprogramm. Zur Reit-Europameisterschaft im kommenden Jahr soll das Programm dann umso umfangreicher über die Bühne(n) gehen – an mindestens vier Standorten.

Apropos Reiten: Das Geläuf im Elisengarten bietet dank kreativer Gartenarchitektur das ein oder andere Hindernis. Und es soll – was Beete und den ohnehin malträtierten Rasenflickenteppich angeht – die Konzertserie möglichst unbeschadet überstehen. „Wir hoffen auf diszipliniertes Verhalten des Publikums“, sagt Technik-Chef Georg Schlag von der Firma Artec. Direkt an der Archäologischen Vitrine wächst indes die Ton- und Lichtloge in die Höhe, aus der Experten Sound und Scheinwerfer während der Konzerte dirigieren. Damit niemand über die klettergünstige Wabenstruktur der Vitrine aufs Dach steigt, ist hier zusätzliches Sicherheitspersonal eingeplant.

Jeden Grashalm wird man trotzdem nicht schützen können. „Dafür können wir keine Verantwortung übernehmen“, betont Rick Takvorian vom Aachener Kulturbetrieb. Der Programmmacher der Elisengartenbühne freut sich über den Ausweichstandort. „Erst waren wir jahrelang im Hof, dann auf dem Katschhof, jetzt zum ersten Mal im Elisengarten – das ist eine tolle Entwicklung“, sagt er. Das Programm (Freitag ab 20.30, Samstag und Sonntag ab 14 Uhr) sei auf die immense Größe des Zuschauerbereiches abgestimmt. „Manou Gallo kommt mit acht Musikern inklusive Bläsersatz, da gibt‘s bis in die letzten Reihen kein Halten mehr“, so der Kulturmanager.

Falls das diesjährige Experiment im Elisengarten gelingt, könnte es schon 2015 eine Neuauflage geben. Laut Meteorologen spielt jedenfalls das Wetter mit. Wenn‘s trocken ist, dürfte dem Elisengarten die Verwandlung in eine Schlammlandschaft erspart bleiben.

Für Flüssigkeitszufuhr sowie Fritten und Co rückt Gastronom Alwin Fiebus mit einem Dutzend mobiler Stationen und rund 50 Servicekräften an. Auf dem Münsterplatz steht erstmals ein zweistöckiger Gastro-Komplex. „Allerdings ist die obere Etage aus Sicherheitsgründen für Gäste nicht zugänglich“, erklärt Fiebus. Dafür öffnet er alle anderen Bierwagen- und Imbisstüren schon am Donnerstagmorgen um 11 Uhr.

Wer sich also zum Auftakt des September Specials schon Stunden vor der Eröffnung am Abend (20 Uhr) einen Platz unmittelbar vor der Elisengartenbühne sichern will, ist bestens versorgt. Und kann auch nochmal unbeschwert am Rosenbeet schnuppern.

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