Sensoren-Alarm bei Wildwechsel an der Monschauer Straße

Von: Joachim Rubner
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Das erste Wildwarngerät wird von Dieter Kleiber vom Forstamt (r.) an der Monschauer Straße angeschraubt: Tierschutzbeauftragte Birgit Wintersteller-Kordic, Dr. Gerd Krämer, Chef des Forstamtes, und Markus Kratzborn von Straßen NRW (von links) freuen sich über die gefundene Lösung. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die meisten Wildunfälle in Aachen geschehen auf der Monschauer Straße - ein Stück hinter dem Waldfriedhof in Richtung Eifel. Auf diesen wenigen Kilometern werden in jedem Jahr rund sechs bis sieben Unfälle mit Rehwild und ein bis zwei Unfälle mit Schwarzwild registriert.

Die Dunkelziffer dürfte in ähnlichen Bereichen liegen. Jetzt soll das Übel beseitigt werden. Und zwar mit modernsten Wildwarnvorrichtungen, die eine hohe Abschreckwirkung haben sollen.

„Aachen wird auf diesem Gebiet Vorreiter sein”, sagt Dr. Gerd Krämer, Leiter des Forstamtes Aachen, und ergänzt: „Im Augenblick werden die kleinen High-Tech-Geräte montiert. Im weiten Umkreis gibt es sie noch nicht.”

Viel Überzeugungsarbeit

Ideengeberin für dieses Mehr an Sicherheit für Autofahrer und Wild war die Tierschutzbeauftragte des Aachener Tierschutzvereins, Birgit Wintersteller-Kordic, die schon oft mit ihren zum Teil unkonventionellen Ideen in Aachener Tierschutzkreisen für Aufmerksamkeit sorgte.

„Da mir vor mehr als einem Jahr die Häufigkeit von Wildunfällen hier in Aachen aufgefallen ist, habe ich Kontakte mit den zuständigen Ämtern und Behörden gesucht und auch die polizeiliche Unfallstatistik studiert. Mir wurde schnell klar, dass etwas passieren muss”, sagt Wintersteller-Kordic.

Doch zuerst liefen die Dinge nicht nach den Wünschen der Tierschützerin. Ihre Vorschläge wurden abgelehnt. Wintersteller-Kordic ließ sich nicht entmutigen und nahm Kontakt zu höher angesiedelten Behörden auf.

Unter anderem zur „Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg”, die die neuen Wildwarner kannte. Schließlich zeigte man sich auch in Aachen interessiert, und es fanden Gespräche mit dem Forstamt, der Kreisjägerschaft, der Polizei und dem Straßenbaubetrieb NRW statt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: An der Monschauer Straße werden jetzt 22 akustische - zum Stückpreis von 90 Euro - und 60 optische Wildwarnreflektoren zum Stückpreis von 40 Euro angebracht.

Die akustischen Wildwarnreflektoren geben für rund anderthalb Sekunden einen Signalton ab, sobald der Lichtkegel eines Autos auf die Sensoren des Gerätes trifft.

Die optischen Wildwarnreflektoren wiederum senden durch das Scheinwerferlicht des Autos ein besonderes Lichtsignal ab, um das Wild zu warnen. Sie sind so konzipiert, dass durch spezielle Spiegelfacetten das Scheinwerferlicht der Autos nur in den Wald strahlt.

Ein Blenden von Kraftfahrern ist ausgeschlossen. So unterbrechen die Signale den natürlichen Wildwechsel nur dann, wenn Gefahr durch herannahende Fahrzeuge droht. Der Lebensraum des Wildes wird also nicht beschnitten. Der Wildwechsel findet im fast normalen Umfang weiterhin statt.

Sollten sich die Reflektoren bewähren, werden weitere Gefahrenzonen, wie zum Beispiel an der Himmelsleiter, in gewissen Bereichen der Eupener und Lütticher Straße mit den neuen Warnlagen, die von Solarenergie gespeist werden und kaum Wartung benötigen, ausgestattet.

Zu prüfen ist noch, wer die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Sollten Stadt Aachen oder Land hierzu nicht bereit sein, will der Tierschutzverein weitere Reflektoren anschaffen.
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