Aachen - Sensibler Umgang mit einem Tabuthema für junge Menschen

Sensibler Umgang mit einem Tabuthema für junge Menschen

Von: Nina Mainz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Essstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen im Jugendalter, die Zahl der Betroffenen nimmt beunruhigend stark zu.

Persönliche und familiäre Probleme, Leistungsdruck und das vorherrschende Schönheitsideal sind nur einige Gründe, die für die Entwicklung einer Essstörung im Jugendlichenalter verantwortlich sein können. Oft ist es eine Kombination verschiedener Faktoren, die schließlich zu einer Essstörung führt.

Bis zum 7. November

Das Thema Essstörungen – bis zum heutigen Tag immer noch ein Tabuthema – ist bis zum 7. November das Schwerpunktthema der Suchthilfe Aachen. Mit Hilfe der neuen Ausstellung „Klang meines Körpers“ sollen vor allem junge Menschen, aber auch Angehörige betroffener Jugendlicher und Interessierte über Magersucht und Essstörungen informiert werden. Das besondere an der Ausstellung ist, dass sie von fünf betroffenen Frauen selbst konzipiert und gestaltet wurde.

„Es ging ihnen darum, von sich zu erzählen; davon, wie sich Menschen mit Essstörung fühlen“, erklärt Yvonne Michel von der Suchthilfe Aachen. Die Idee war, nicht das „Kranke“ und „Erschreckende“ an einer Essstörung zu zeigen. Die Frauen haben sich kreativ und sehr persönlich mit dem Thema beschäftigt. Neben Plakaten zur „Außenwelt“, auf denen Informationen zu verschiedenen Formen der Essstörung sowie Anzeichen dafür zusammengefasst sind, ist die „Innenwelt“, also die Gefühlswelt junger Frauen mit Essstörung das zentrale Thema.

Ihre Gefühle und Erfahrungen haben sie in Form von Texten und Bildern auf Plakate gebracht für andere Betroffene und Interessierte zugänglich gemacht. Außerdem haben die jungen Frauen Lieder ausgewählt, die für sie eine ganz besondere Bedeutung haben und ihnen im Umgang mit ihrer Krankheit geholfen haben. Ziel ist die Sensibilisierung und Prävention, aber auch das Aufzeigen ganz persönlicher Lösungen und Wege raus aus der Essstörung.

Neben diesem von jungen Frauen geschaffenen „Mädchen-Modul“ gibt es auch ein „Jungen-Modul“, denn auch die Zahl der Jungen mit einer Essstörung steigt. Auch dieser Teil der Ausstellung ist von einem Betroffenen kreativ und aufwendig gestaltet worden, mit Texten, Bildern und Musik.

Diese Ausstellung ist eine ganz andere, neue Art, sich mit dem Thema Essstörung auseinanderzusetzen. Statt erschreckender Bilder abgemagerter junger Frauen und Männer lernt man hier die Gefühlswelt und das Gefühlschaos Betroffener kennen, und zwar auf eine einfühlsame und sehr persönliche Art und Weise.

Die Ausstellung ist bis zum 7. November in den Räumen der Suchthilfe in der Hermannstraße 14 zu sehen.

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