Aachen - Senioren reihenweise Trickdieb-Opfer

Senioren reihenweise Trickdieb-Opfer

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Straftaten zum Nachteil älterer Mitbürger durch überörtliche Täter”, abgekürzt Sämüt - mit diesem unsäglichen Namen muss sich eine Sondereinheit der Aachener Polizei herumschlagen.

Noch viel abscheulicher sind allerdings jene Straftaten, mit denen die fünf Kriminalpolizisten zu tun haben. Kurz gefasst geht es um das, was man früher in Eduard Zimmermanns „Vorsicht, Falle!” gezeigt bekam. Es geht in erster Linie um sogenannte „Trickdiebstähle”.

Und die Opfer sind meist ältere Menschen. So befasst sich denn auch die AbteilungÊ„Sämüt” mit der Opfergruppe über 60 Jahren. Die Taten sind keineswegs selten. „Drei bis vier Mal pro Woche werden ältere Menschen in Aachen auf diese Weise bestohlen”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

Erst in den vergangenen Tagen gab es mehrere Fälle, bei denen sich angebliche Mitarbeiter von Telekommunikationsunternehmen Zutritt zu den Wohnungen alter Leute verschafften und sie dann ihres Hab und Guts beraubten - so am Mittwoch in der Ottostraße, wo einer 80-Jährigem auf diese Art unter anderem Geld gestohlen wurde.

Dass das ein ausuferndes Problem ist, wurde bereits 2006 im NRW-Innenministerium erkannt. In jeder größeren Polizeibehörde wurde eine „Sämüt”-Abteilung installiert.

Die Tricks der Tätergruppen - meist reisen sie an, schlagen zu und verschwinden wieder - sind indes vielfältig. „Meist geben sie sich als Mitarbeiter von Firmen aus, zu denen die Menschen einen Bezug haben - das Wasserwerk, der Stromversorger, die Fernmeldefirma”, berichtet Kemen.

Oft geben sie vor, etwas an den Hausanschlüssen umstellen zu müssen. Die Opfer werden dann von einem Täter in ein Gespräch verwickelt, während ein anderer Wertgegenstände stiehlt. Manchmal sind es auch zum Beispiel zwei Frauen, die wegen gesundheitlicher Probleme um ein Glas Wasser bitten. Oder es sind Täter, die mit dem „Enkeltrick” agieren. Sie geben sich als enger Freund der Enkelkinder aus und behaupten, die Verwandten hätten darum gebeten, eine Geldsumme - oft eine sehr hohe - abzuholen.

Und manchmal sind es auch die „Teerkolonnen”, die eine andere Masche haben. Sie bieten an, Schäden etwa in der Garageneinfahrt günstig und sofort zu reparieren. Geht man darauf ein, wollen sie am Ende 1000 Euro oder mehr haben. Die Polizei rät deswegen, niemanden in die Wohnung zu lassen und wenn möglich Nachbarn hinzu zu holen.

„Sämüt” kehrt dabei nicht nur vor der eigenen Haustür. Die „überörtlichen Täter” machen eine enge Vernetzung erforderlich - mit Nachbarbehörden oder etwa mit dem Landeskriminalamt. Die Tricks werden verglichen, die Personenbeschreibungen, der Dialekt und mehr.

Dieser Tage konnte die Polizei in Köln zuschlagen und eine Bande ausheben. Die fünf Spezialisten in Aachen stellen aber auch einen Kontakt zum Kommissariat Vorbeugung her. Dort erfährt man, wie man sich im Fall der Fälle verhalten kann.
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