Selbst der vierte Platz ist ein echter Volltreffer

Von: Nina Bostel
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Erzählen begeistert vom Bundesfinale im Tischtennis in Berlin: von links Stefan Kogel, Trainer Knut Fischhöfer, René Oleschko, Tim van den Heuvel und Luca Rau. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Statt in der Schule Mathe und Deutsch zu büffeln, hat sich das Tischtennisteam der Viktor-Frankl-Förderschule zum Bundesfinale „Jugend trainiert für Paralympics“ aufgemacht. Mit dem Zug ging es nach Berlin.

Das Ziel war klar: Die vier engagierten Tischtennisspieler Luca Rau, René Oleschko, Stefan Kogel und Tim van den Heuvel mit Trainer/Lehrer Knut Fischhofer versuchten, ihren dritten Platz im Vorjahr zu überbieten. Das Ergebnis: Sie landeten nach einem spannenden Wettkampf knapp auf dem vierten Platz.

Nach einem Stand von 3:3 war der Unterschied von zwei Sätzen ausschlaggebend. „Am Anfang war die Enttäuschung zwar da, aber nach Berlin fahren zu dürfen und erstmal teilzunehmen, ist schon ein Erlebnis“, wie Stefan berichtet, der nebenher auch im Verein Tischtennis spielt.

An der Viktor-Frankl-Schule, die schwerpunktmäßig Kinder und Jugendliche mit körperlicher Behinderung und motorischen Entwicklungsstörungen aufnimmt, wird nach dem Motto „Bewegen und bewegt werden“ viel Wert auf die sportliche Förderung gelegt. Lehrer Knut Fischhofer engagiert sich über seine Arbeit hinaus für das Tischtennisteam, ebenso wie die Schüler hauptsächlich in ihren Pausen oder der Tischtennis-AG trainieren. Nur unmittelbar vor einem solchen Turnier wird im Sportunterricht Tischtennis gespielt, sodass die schulische Ausbildung nicht leidet.

Von der Fahrt nach Berlin erzählt die Mannschaft ausgelassen: „Die ersten zwei Tage haben wir nur Tischtennis gespielt und am Abend haben wir Champions League geschaut“. Es gab aber auch Zeit, sich Berlin anzuschauen. Bei einem Stadtrundgang mit dem Göttinger Gewinnerteam besuchten sie den Alexanderplatz, das Brandenburger Tor, das Kaufhaus des Westens und mehr. Und am legendären „Ritz“ wollten sie nicht einfach vorbeigehen, sondern haben sich tatsächlich hineingetraut. Eine ganz andere Facette der Stadt bleibt gewiss in den Köpfen der sportlichen Gruppe: „Der Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen war für uns alle sehr beeindruckend“, so Fischhofer.

Zurück zum Sport. Erstmalig fand der Wettbewerb parallel zu dem Analogon „Jugend trainiert für Olympia (JTFO)“ statt, sodass alle Mannschaften in einer Halle an über 50 Platten spielten. Krönender Abschluss war dann die Preisverleihung in der Max-Schmeling-Halle mit geschätzt 4000 Besuchern, bei der ebenfalls die Gewinner im Rollstuhlbasketball und der JTFO-Disziplinen Badminton, Basketball, Geräteturnen, Handball, Tischtennis und Volleyball ausgezeichnet wurden.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nach den Bezirks-, Landes- und Bundesmeisterschaften macht sich die Mannschaft nun auf die Suche nach Nachwuchsspielern, da zwei von ihnen nächstes und übernächstes Jahr mit 18 Jahren die Schule verlassen. Dafür ist auch schon das Ziel klar: Die Favoriten aus Göttingen bezwingen. „Die waren“, so Lehrer Knut Fischhofer „bisher nicht zu schlagen.“

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