Aachen - Selbst beim Bäcker gibt es Derby-Brote

Selbst beim Bäcker gibt es Derby-Brote

Von: Tim Habicht
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Gastfreundschaft am Spielfeldrand; gesunde sportliche Rivalität auf dem Platz: Die Spieler der Arminia in gelben Trikots klatschen die weißen SVer ab, die Einlaufkinder sind da längst vom Platz gesprintet. Foto: Andreas Steindl
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Auch in Eilendorf gibt es Ultras: Allerdings machen diese nachweislich keine Probleme. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zum ersten Mal seit zwei Jahren spielen sie wieder gegeneinander. Allerdings seit 30 Jahren das erste Mal auf Landesliga-Ebene: die beiden großen Rivalen DJK Arminia Eilendorf und SV Eilendorf. Es gab Derby-Brote beim Bäcker, man fühlte, dass sich alle Spieler und Verantwortlichen auf diesen besonderen Abend richtig freuten.

„Das ganze Dorf war seit Wochen in Aufruhr. Überall war im Vorfeld des Spiels richtig viel los“, so SV-Trainer Achim Rodtheut. Und er fügt schmunzelnd hinzu: „Ich will nicht mit einer Niederlage ein halbes Jahr durch Eilendorf laufen.“ Auch sein Trainerkollege von der Arminia, Andi Avramovic, weiß: „Wir spielen seit 30 Jahren wieder in der Landesliga und dann gleich das Derby gegen den SV. Das wird ein geiler Tag!“ Da kennt er das Ergebnis naturgemäß noch nicht...

„Früher war alles feindlicher“

Das Duell zwischen der gastgebenden Arminia und dem SV ist seit jeher etwas ganz Besonderes in Eilendorf. Einer, der bereits viele Derbys aktiv und passiv mitgemacht hat, ist Leo Frings. Der Ehrenvorsitzende der DJK Arminia Eilendorf ist seit 1945 im Verein tätig. „Früher war das aber wesentlich feindlicher zwischen den beiden Klubs“, sagt er schmunzelnd. „Es ist schön, dass sich das Ganze zu einer Art Freundschaft entwickelt hat. Man kennt sich, man schätzt sich. Natürlich ist die Saisoneröffnung in der Landesliga gegen den großen Bruder aber etwas Einmaliges“, so Frings weiter.

„Hoffnung auf 1000 Zuschauer“

Dass abseits des Spielfeldes alles rund läuft, dafür sorgt Vorstandsvorsitzender Kurt Dahmen, der auch an der Kasse die Tickets verkauft. „Wir hoffen, dass wir die 1000-Zuschauer-Marke knacken werden. Leider spielt das Wetter ja nicht ganz so mit. Außerdem wollen wir uns sportlich besser präsentieren als beim letzten Mal. Da haben wir 1:7 verloren“, so Dahmen. Er sollte leider in einem Punkt enttäuscht werden. Zwar waren fast 1000 zahlende Zuschauer vor Ort. Allerdings unterlag die Arminia dem SV am Ende deutlich mit 0:6. Was der guten Stimmung in der „WOF Arena“ aber keinen Abbruch tat.

Es gab reichlich zu trinken und zu essen. „Wir haben natürlich wesentlich mehr Bierstände aufgebaut als bei den üblichen Spielen“, sagt Fußballobmann Michael Kasten, der sich an diesem Abend allerdings nicht um sportliche Belange kümmert, sondern hinter dem Grill und am Bierstand 400 Liter Bier und 300 Würstchen mit seinen fleißigen Helferinnen und Helfern unter die Leute bringt.

Dass die Stimmung vor der Partie besonders gut war, dafür sorgte Hans-Dieter Kamps. Er ist seit 1965 im Verein. „Ich bin damals mit der Arminia in die Bezirksliga als Kapitän aufgestiegen. Inzwischen spielen meine Söhne auch im Verein“, so Kamps, der beim Derby als Platzsprecher fungiert. „Ich habe eine relativ intensive Stimme, deswegen mache ich das heute“, gibt Kamps lachend zu. Er habe schon einige Erfahrung am Mikrofon gesammelt. „Die Gegend um den Sportplatz kennt meine Stimme schon. Die Nachbarn habe ich auch immer vor dem Spiel per Mikrofon begrüßt“, fügt er grinsend hinzu.

Den prickelnden Derby-Abend runden außerdem die Einlaufkinder der beiden Mannschaften und der Schiedsrichter ab. Der Schiedsrichter? Ja, denn Ruven Fux, der die Partie leitet, kommt ebenfalls aus Eilendorf. „Es ist das zweite Derby, das ich pfeife. Ich freue mich natürlich richtig drauf“, so Fux. Freuen durften sich am Ende auch die Verantwortlichen beider Vereine.

Große Gastfreundschaft

Sie haben einen tollen Rahmen für ein heißes Derby geboten. Auch wenn der SV am Ende deutlich gewann. Bei der Arminia zeigte man sich zum Saisonstart mehr als gastfreundlich. Die Stimmung, die durch annähernd 1000 Fans vor Ort erzeugt wurde, tat ihr übriges dazu.

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