SEK-Einsatz in Düren: Rocker aus Stolberg verhaftet

Von: Marlon Gego und Angela Delonge
Letzte Aktualisierung:
Rocker Aachen
Zu einem handfesten Streit zwischen Bandidos und Hells Angels ist es am 5. Oktober in der Neuenhofstraße gekommen.

Düren/Aachen. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat vergangenen Freitag in der Dürener Innenstadt einen 24 Jahre alten Mann aus Stolberg verhaftet, den die Aachener Staatsanwaltschaft der Rockerbande Bandidos zurechnet.

Die Ermittler werfen dem vorbestraften Mann vor, gemeinsam mit sechs anderen Männern am 5.Oktober auf der „Automeile“ genannten Aachener Neuenhof-straße einen Mann schwer verletzt zu haben, der den Hells Angels zugerechnet wird. Ein weiterer mit Haftbefehl gesuchter Mann aus der siebenköpfigen Angreifergruppe ist noch auf der Flucht, wie Staatsanwalt Jost Schützeberg am Mittwoch mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Bandido-Angriff am 5. Oktober eine Art Vergeltung für einen Hells-Angels-Angriff auf Bandido-Mitglieder oder -Sympathisanten am 5. September gewesen ist. Damals war es auf dem Gelände einer Tankstelle an der Trierer Straße in Aachen ebenfalls zu einer Auseinandersetzung der beiden verfeindeten Rockerbanden gekommen. Wie Staatsanwalt Schützeberg am Mittwoch mitteilte, sei der verhaftete 24-Jährige am 5. September selbst Opfer des Angriffs eines den Hells Angels zugerechneten Mannes geworden.

Auch dieser Angreifer wird mit einem Haftbefehl gesucht. Dass vergangenen Freitag ein Spezialeinsatzkommando nach Düren beordert wurde, um den 24-jährigen Stolberger zu verhaften, begründet die Aachener Staatsanwaltschaft mit der angenommenen Gefährlichkeit des Mannes. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Mann bewaffnet war und wollten jede Eskalation während der Verhaftung vermeiden“, sagte Schützeberg.

Den beiden offen ausgetragenen Auseinandersetzungen am 5. September und am 5. Oktober war in der Nacht auf den 6. Oktober der Angriff auf ein Gebäude in der Stolberger Altstadt gefolgt. Etwa 30 Menschen, die vermutlich Mitglieder oder Sympathisanten der Hells Angels waren, zerlegten ein Internetcafé, das als Treffpunkt der Bandidos gilt. Die Polizei geht davon aus, dass auch auf diesen Angriff eine Vergeltung folgen wird. „Etwas anderes anzunehmen, wäre blauäugig“, sagte Paul Kemen, Sprecher der Aachener Polizei, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Auseinandersetzungen zwischen Hells Angels und Bandidos im Aachener Raum sind keineswegs Selbstzweck, sondern als Revierkämpfe zu verstehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach geht es darum, welche der Rockerbanden in Aachen und Umgebung Drogen-, Waffen- und Menschenhandel kontrollieren kann. Es geht um organisierte Kriminalität mit Jahresumsätzen, die in die Millionen gehen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es Schwerverletzte oder sogar Tote gibt“, hatte Polizeisprecher Kemen bereits vergangene Woche gesagt.

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