Aachen - SEK-Beamte stürmen Wohnung: Täter eingeschlafen

SEK-Beamte stürmen Wohnung: Täter eingeschlafen

Von: Oliver Schmetz
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Großeinsatz an der Kronprinzenstraße: Weil ein Beziehungsstreit eskalierte, reisten sogar SEK-Kräfte aus Köln an – und fanden den betrunkenen Gewalttäter schließlich schlafen in seiner Wohnung vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein gewalttätig eskalierender Beziehungsstreit in der Kronprinzenstraße hat die Aachener Polizei am späten Mittwochabend stundenlang in Atem gehalten – und gleich dazu auch etliche Spezialkräfte gebunden, die eigens aus Köln angereist waren.

Doch die Erstürmung der Wohnung in einem Haus gegenüber des neuen Wohnkomplexes „Frankenberger Höfe“ , in der sich ein der Polizei als unberechenbarer Gewalttäter bekannter Mann aufhielt, verlief dann wesentlich unspektakulärer als zunächst befürchtet.

Denn der stark angetrunkene 50-Jährige, der zuvor seine Frau und Rettungskräfte mit einem Messer bedroht hatte, war schlicht und einfach bereits eingeschlafen, als der SEK-Einsatz begann. Die Spezialkräfte „überwältigten“ den Mann dann auch nicht, wie es im Laufe der Nacht in der ersten Hektik von der Polizei mitgeteilt worden war, sondern fungierten eher als eine Art Weckdienst.

Das SEK aus Köln anzufordern, war aber nach Aussage der Polizei an diesem Abend gleichwohl geboten. Denn der 50-Jährige ist der Polizei sattsam bekannt. Immer wieder sei er wegen häuslicher Gewalt aufgefallen, betont Polizeisprecherin Petra Wienen. Bereits mehrfach habe es deshalb in der Wohnung in dem Neubaukomplex an der Kronprinzenstraße Polizeieinsätze gegeben.

Und in diesem Fall schien die Situation dramatisch zu sein. Nach einem neuerlichen Beziehungsstreit habe die Frau zunächst die „112“ gewählt und einen Krankenwagen angefordert, weil sie „sich Sorgen um ihren Mann machte“, so Wienen. Doch dieser habe dann mit den Rettungskräften nichts zu tun haben wollen. Im Gegenteil: Er bedrohte seine Frau und die Helfer mit einem Messer. Diese retteten sich mit der Frau ins Freie, der Mann blieb alleine in der Wohnung zurück – nicht ohne, so Wienen, vorher noch Selbstmordabsichten zu äußern.

In die Psychiatrie eingewiesen

Wegen dieser Vorgeschichte wartete man ab, bis die Spezialkräfte am Tatort eingetroffen waren. Nachdem die SEK-Beamten den Betrunkenen geweckt hatten, klagte dieser über Herzbeschwerden. Daraufhin wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte schnell den Eindruck gewannen, dass er auch psychisch stark angeschlagen ist – weshalb der Mann zunächst einmal in die Psychiatrie eingewiesen wurde.

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