Aachen - Seit 20 Monaten gesperrter Radweg verschwindet ganz

Seit 20 Monaten gesperrter Radweg verschwindet ganz

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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Soll ganz verschwinden: Der seit 20 Monaten gesperrte Radweg an der Breslauer Straße soll renaturiert werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass es eigentlich keinen großen Unterschied macht, wenn dieser Fuß- und Radweg bald komplett weggebaggert wird. Schließlich ist das einige hundert Meter lange Teilstück an der Breslauer Straße – zwischen der Einfahrt zum Real-Supermarkt und der Kreuzung Berliner Ring – seit sage und schreibe 20 Monaten gesperrt.

Der Grund: Das Pflaster ist dort von Baumwurzeln an vielen Stellen derart aufgebrochen, dass die Strecke für Fußgänger und Radfahrer eher einem gefährlichen Hindernisparcours gleicht.

Und weil den städtischen Planern in den vergangenen 20 Monaten keine Lösung eingefallen ist, wie man das Problem mit den Baumwurzeln lösen kann, wird der Weg nun tatsächlich weggebaggert, wie Elisa Bresser als Sprecherin des Aachener Stadtbetriebs auf Anfrage bestätigt – auch wenn man das nun „Renaturierung“ nennt. Der komplette Fußgänger- und Radverkehr wird auf die andere Seite der stark befahrenen Breslauer Straße verlegt, wo sich die Radfahrer dann im Zweirichtungsverkehr begegnen werden.

Böse Zungen könnten nun wiederum einwenden, dass diese das dort schon seit 20 Monaten tun, was auf dem schmalen und extrem holprigen Streifen immer wieder zu haarigen Situationen führt. Und man könnte meinen, dass der völlige Verzicht auf den Rad- und Fußweg auf der einen Seite vermutlich nicht ganz das ist, was die Aachener Grünen erreichen wollten, als sie vor zwei Monaten den Ratsantrag stellten, „die Sanierung des beidseitigen Fahrradwegs“ an der Breslauer Straße „zeitnah umzusetzen“.

Schließlich verhindere der schlechte Zustand der Radwege dort, dass Verkehrsteilnehmer vom Auto aufs Rad umsteigen, so die Grünen. Wegen des Ratsantrags steht das Thema nun am 25. August im Mobilitätsausschuss auf der Tagesordnung, allerdings bietet die knappe Vorlage der Verwaltung wenig Stoff zum Diskutieren. Die Planung sei in Arbeit, heißt es dort zum Thema Radweg, eine Kostenberechnung deshalb noch nicht möglich. Dass eine Seite nun weggebaggert werden soll, steht in der Vorlage für die Politik (noch) nicht. Vielleicht werden diese Pläne im September präsentiert. Dann sei eine Beratung „realistisch“, heißt es in dem Papier.

Wann der verbleibende Radweg so saniert wird, dass er auch für einen Zweirichtungsverkehr taugt, ist noch unklar. Ob dies 2017 möglich sei, müsse „im Zuge der Haushaltsberatungen gegebenenfalls zulasten anderer Projekte“ diskutiert werden, so die Verwaltung. Allerdings sollen „kurzfristig punktuelle Verbesserungen“ vorgenommen werden – und das „noch in diesem Jahr“, so Bresser.

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