Seine Lieder vom Leben treffen mitten ins Herz

Von: Gerhard W. Kluth
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Am stärksten ohne Technik: Klaus Hoffmann und sein Pianist Hawo Bleich begeisterten im Alten Kurhaus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Er ist beliebt in Aachen und seine Konzerte garantieren ein ausverkauftes Haus. Die Rede ist von Klaus Hoffmann, Großhandelskaufmann, Schauspieler und vor allem, wenn er auf Tournee ist, Liedermacher. Auch bei seinem jüngsten Besuch war der Ballsaal im Alten Kurhaus voll besetzt und am Ende des Abends gab es langen und begeisterten Applaus.

Vorher hatte das Publikum, das einen auffällig hohen Frauenanteil hatte, ein Programm erlebt, das vom Leben erzählte.

Was begeistert die Zuhörer so, wenn Hoffmann und sein Freund und Pianist Hawo Bleich einen Abend gestalten? Warum immer wieder diese manchmal jubelnde Zustimmung? Manch ein Konzertbesucher kennt Hoffmanns Lieder so gut, dass er sie mitsingen kann. Eigentlich war das, was Hoffmann besang und erzählte, nichts besonderes. Und doch traf er sein Publikum wieder einmal mitten ins Herz. Vielleicht gerade, weil er von Dingen sang, die jeder kennt. Die Überschrift des Abends „Als wenn es gar nichts wär“ bezog sich auf seine Autobiografie, die jüngst erschienen ist und auch auf sein neuestes Album „Berliner Sonntag“.

Verneigung vor dem Vater

Hoffmann erzählte aus seinem Leben und verneigt sich tief vor seinem Vater, der sehr früh verstarb. Er war „die Sonne meines Herzens“, wie Hoffmann mit wehmütigem Blick bekennt. Dabei traf er das, was viele aus den 40er und 50er Jahrgängen umtreibt. „Mein Vater war Kämpfer in Stalingrad“, weiß er zu berichten und hängt gleich die Frage an: „Warum war er Kämpfer? Er war doch so weich?“ Er erzählte davon, wie er seine Heimatstadt Berlin erlebte, als er sie wieder sah nach seiner Auszeit in der großen, weiten Welt. Nichts hatte sich verändert und doch sah Hoffman alles ganz anders. Und viele konnten nachvollziehen, was er sagen wollte. Viele konnten sagen: ja, kenn‘ ich. Ging mir genau so. Und manch‘ einer wird vielleicht gedacht haben: hätte ich gerne auch so erlebt.

Erinnerung an Hansdieter Hüsch

Auch wenn Hoffmann seine alten Lieder anstimmte, wie etwa „Mein Weg ist mein Weg“, war diese Stimmung da. Wer wünscht sich nicht die Kraft der Unbeirrbarkeit? Wer wünscht sich nicht die Stärke, die Widrigkeiten des Lebens als etwas Positives zu sehen? Hoffmanns Lieder erinnern unwillkürlich an ein Buch, das der Kabarettist Hansdieter Hüsch geschrieben hat: Auch Du kommst drin vor.

Es war ein großer Abend, den die Euriade in Kooperation mit dem Kulturbetrieb der Stadt dem Publikum ermöglichte. Natürlich hatte Hoffmann sein Konzert auch mit einigen Liedern von Jacques Brel garniert, von dem er sagt, „er sei sein Verbündeter im Geiste gewesen.“

Es war aber auch ein Abend mit ein paar technischen Streifen. Dass Hoffmann oftmals nuschelt, ist eines seiner Markenzeichen und zwingt zum aufmerksamen Zuhören. Warum aber die Tontechnik Hoffmanns Gitarre und das Keyboard von Bleich oftmals so weit verstärkte, dass von Hoffmann kaum noch etwas zu verstehen war, muss unverständlich bleiben. Dadurch waren das (klanglich) Beste die Lieder, die Hoffmann sang, wenn er nur vom nicht verstärkten Klavier begleitet wurde. Trotzdem: viel Applaus, viel Zustimmung und viele Zugaben. Ein Erfolg auf der ganzen Linie.

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