Seine große Leidenschaft: Die Bildung

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Christdemokrat mit Leidenschaft, großer Bürgernähe und Sinn für das Machbare: Der langejährige CDU-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Dietmar Katzy feiert am Sonntag seinen 75. Geburtstag. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Sein Engagement für die Stadt und deren Bürger ist bis heute ungebrochen und nachhaltig spürbar: Dietmar Katzy, langjähriger CDU-Ratsherr und Landtagsabgeordneter, vollendet morgen sein 75. Lebensjahr. Aachen ist seit 1948 seine Wahlheimat, denn das Licht der Welt hatte er am 18. Juli 1935 in Mährisch Ostrau erblickt.

Der Jubilar liebt Aachen als seine Heimatstadt. „Es ist ihr mittelalterlicher Charme, es sind ihre Menschen und die Pfarren mit ihren Lebensgemeinschaften, was mich an Aachen bindet”, begeistert er sich. Dazu muss man wissen, dass er auch sein Herz an eine Aachenerin verloren hat: an Gattin Liesel, mit der er vor vier Wochen goldene Hochzeit feierte.

Sie hatten sich in der Pontstraße im damaligen Kolpinghaus kennengelernt. Katzy war in der Pfarre Heilig Kreuz aktiv. Mit 26 trat er in die CDU ein und eröffnete damit seinen politisch aktiven Lebensweg. „Es war eine logische Folge, denn es ist bis heute so, dass sich viele Menschen aus den Pfarren in die Politik einbringen”, erzählt er.

Ziel: Gewerbelehrer

Immer war es sein Ziel, Gewerbelehrer zu werden. Der Mittleren Reife folgte die Ausbildung zum Maschinenschlosser, parallel erwarb er am Abendgymnasium das Abitur. An der RWTH und in Köln absolvierte er in den Fächern Maschinenbau, Politikwissenschaften und Katholische Theologie das Studium des Gewerbelehramtes, das er 1963 abschloss.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer an der heutigen Mies-van-der-Rohe-Schule und danach in der Ausbildung von Studienrefendaren wirkte Katzy seit 1969 als Mitglied und Vorsitzender von Richtlinienkommissionen für Geschichte und Politik sowie in der Schulbuchkommission für politische Bildung in NRW. „Es ging um die Aufbereitung von Themen wie Nationalsozialismus, Bundesrepublik und Weiterentwicklung der Demokratie”, berichtet er.

1988 wurde er Leiter der Berufsbildenden Schulen des Kreises Euskirchen in Kall und gründete dort die erste Wirtschaftsfachschule für Fremdenverkehr und Tourismus in Deutschland. Blickt man auf sein Leben, so bestätigt sich sein Anspruch an sich selbst und anderen gegenüber: „Gradlinigkeit in der Aussage, kein Aufsehen von sich selbst machen, anpacken und konstruktiv umsetzen.”

Mit der gleichen Energie brachte sich Katzy in die Politik ein, war Mitglied des Kreisvorstandes und Kreisvorsitzender der CDU Aachen, wirkte mit im Schulausschuss, dessen Vorsitzender er 14 Jahre war. Er war 22 Jahre Mitglied des Stadtrates, zehn Jahre Abgeordneter im Landtag - dort auch kultur- und wissenschaftspolitischer Sprecher. „Als CDU waren wir damals in der Opposition und hatten nicht viele Möglichkeiten. Es ging um die Einführung von Gesamtschulen. Die CDU vertrat den Standpunkt, dass sich die jeweiligen Schülergruppen besser fördern lassen, wenn nicht alle in einem System zusammengefasst sind”, so das Argument. Im Bereich der Kultur habe es hingegen viele Gemeinsamkeiten mit der SPD gegeben. „Im Ergebnis gelang es uns zum Beispiel, dem 1978 zum Weltkulturerbe erhobenen Aachener Dom erhebliche Landesmittel zukommen zu lassen.” Immer blieben in seinen politischen Ämtern Schule und berufliche Bildung seine Steckenpferde.

„Fachkompetenz erarbeiten”

Welche Prioritäten würde Dietmar Katzy heute setzen? „Nahe am Bürger zu sein und wie früher Elternberatungen anzubieten”, antwortet er. Er selbst bot damals in Muffet regelmäßige Bürgerversammlungen an. Als „alter Hase” spricht er seine Erwartungen an die Politik klar aus: „Es ist das A und O, sich Fachkompetenz zu erarbeiten, in den Arbeitskreisen der Fraktionen Aufgaben zu übernehmen und die Ergebnisse in den Ausschüssen auch vorzutragen.” Zu häufig erlebe er, dass jüngere Ratsleute in den Sitzungen nicht das Wort ergreifen.

Nach acht Jahren als Vorsitzender ist Katzy nun seit vier Jahren Vizevorsitzender der Senioren-Union. „Über kurz oder lang werde ich dieses Amt jedoch abgeben. Mit 75 kann man das wohl”, lässt er durchblicken. Nun will er sich mehr um Gattin Liesel, die drei Töchter, den Sohn und die sechs Enkel kümmern. Sein Zuhause auf der Hörn wird am Geburtstag für die Gratulantenschar ein „Haus der offenen Tür” sein.
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