Aachen - „Seht her!“: Großes Schaulaufen in der Soers

„Seht her!“: Großes Schaulaufen in der Soers

Von: Marie Ludwig
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Jetzt kommt es drauf an: Im Dressurstadion gibt Fohlen Escolar an der Seite von Stute Fairlight alles. Am Ende gibt es für die Vorführung die Goldmedaille. Foto: Andreas Schmitter
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Seit 20 Jahren als Züchter aktiv: Roger Ballmann ist aus Sankt Vith zur 5. Euregio-Pferdeschau nach Aachen gereist.

Aachen. Auf dem Aachener CHIO-Gelände herrscht voller Betrieb. Zahlreiche Autos biegen mit Pferdeanhängern auf die Stellplätze des Dressurstadions. Pferde in der Soers – das ist nichts Ungewöhnliches. Noch dieses Jahr werden unter anderem die Europameisterschaften auf dem Gelände des ALRV ausgetragen.

Doch ohne gute Nachwuchstalente, wären solche Großevents undenkbar. Daher ist die Euregio-Pferdeschau für den Pferdewettbewerb besonders wichtig.

Das Rheinische Pferdestammbuch und Pferdezuchtvereine aus der Städteregion Aachen, dem Kreis Düren und dem Kreis Heinsberg freuen sich daher umso mehr, die diesjährigen Fohlen und Jungstuten zu küren und junge Nachwuchstalente zu entdecken. Rund 200 edle Stuten und Fohlen präsentieren sich bei der fünften Auflage der Pferdeschau dem Publikum. Gekürt wird in mehreren Klassen, die nach Alter und Rasse gegliedert sind. Beispielsweise sind in Abteilung B die Shetland, Berber und Fjords und in Abteilung A die Warmblüter wie auch das Fohlen von Roger Ballmann zu sehen.

Heute ist der Tag, auf den Roger Ballmann schon über ein Jahr gewartet hat. Früh morgens hat er seine Reise aus dem belgischen Sankt Vith angetreten, um mit seinem Fohlen Escolar und seiner Stute Fairlight an der Pferdeschau in Aachen teilzunehmen. „Wir haben unsere Pferde am Freitag extra noch gewaschen und die Mähne eingeflochten“, erklärt Ballmann. Doch bei der Präsentation kommt es nicht nur darauf an, dass das Fohlen gut aussieht: „Die Jury achtet genau auf das Gebäude – also auf das Zusammenspiel von Schultern und Gelenken“, erklärt Beate Edmunds, Vorsitzende des Pferdezuchtvereins Heinsberg und eine der hauptverantwortlichen Organisatorinnen. Aber auch verschiedene Laufarten wie der Schritt, Trab und Galopp werden von der Jury unter die Lupe genommen. Um all diese Laufarten vom Fohlen zu sehen, braucht es natürlich die Unterstützung der Mutterstute und die eines besonderen Teams.

Im Dressurstadion herrscht gespannte Atmosphäre. Jetzt zählt jede Bewegung. Das Fohlen wird vom Halfter befreit und dann geht es los: Ein Mann aus dem Team hält die Mutterstute im Trab. Das Fohlen Finest folgt schnell und hält sich nah bei seiner Mutter. „Die Bindung ist in den ersten Monaten besonders stark“, erklärt Ballmann. „Wenn die Fohlen älter werden, dann richten sie sich nicht mehr an die Bewegung ihrer Mutter aus, deshalb ist die Pferdeschau für Fohlen zwischen zwei bis drei Monaten ideal.“ Doch dann kommt die schwierigste Stelle in der Dreiecksformation. Hier kann das Fohlen schnell abgelenkt werden. Raschelnd hebt eine Frau aus dem Team einen Flatterbandwimpel. Und es klappt. Finest folgt aufmerksam der vorgesehenen Route. „Das Fohlen hat gute Chancen, einen Preis zu gewinnen“, sagt Ballmann anerkennend und nickt.

Doch nicht bei allen Fohlen läuft die Schau so gut. Manche Tiere reagieren sehr nervös und können daher nicht glänzen. „Wenn die Mutterstute an die Prozedur noch nicht gewöhnt ist, dann ist es auch für das Fohlen schwerer“, erklärt Ballmann und beobachtet das Geschehen.

Seit knapp 20 Jahren ist er schon als Züchter im Rheinzuchtverband etabliert und hat große Erfahrung mit den Tieren. Obwohl es nur das Hobby des belgischen Postangestellten und Schreibwarenhändlers ist, hat Ballmann enorme Erfolge erzielt: „Letztes Jahr habe ich eine Goldmedaille für mein Fohlen erhalten“, erzählt er stolz. Ob es dieses Jahr auch wieder klappen wird, bleibt abzuwarten…

Draußen in den Stallungen steigt das Adrenalin. Ballmann führt seine Stute und Fohlen Escolar in das Dressurstadion und übergibt beide dem Team. Jetzt liegt es am Fohlen. Trainiert hat Ballmann Escolar nicht, denn „entweder die Grundvoraussetzungen stimmen, oder halt nicht“, das könne man nicht trainieren. Schritt, Trap, Galopp. Die Jury nickt anerkennend. Ballmann blickt hochkonzentriert auf seine Schützlinge. Dann ist es geschafft. Doch auch die anderen gleichaltrigen Fohlen müssen nun noch laufen.

Die Jury schreibt Notizen und berät sich. Dann werden alle Fohlen wieder in die Formation geführt und die Rangierung kann beginnen: „Das Fohlen Escolar von Roger Ballmann erhält die Goldmedaille“, ertönt es aus den Lautsprechern und Roger Ballmann freut sich mit seiner Familie.

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