Sehnsucht nach dem Ende der Leidenszeit am Krugenofen

Von: stm
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Bald rücken die Bagger am Krugenofen ab: Diesen Tag sehnen Anwohner und Geschäftleute wie Josef Stenten herbei. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Not macht erfinderisch. Die Not des Josef Stenten spielt sich seit einem Jahr vor der Tür seines Rewe-Marktes ab. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr rückten die Bagger an – zunächst im Auftrag der Stawag, die den Kanal am Krugenofen erneuerte und Fernwärmeleitungen legte, später dann auf Rechnung der Stadt, die dem Krugenofen in einem Rutsch verkehrstechnisch ein neues „Gesicht“ verpasst.

Das alles, nachdem bereits 2011 dort eine Dauerbaustelle Geschäftsleuten und Anwohnern das Leben schwer machte. Josef Stenten hat mittlerweile im Kampf um die Gunst der Kunden zu außergewöhnlichen Mitteln gegriffen – sogar zu solchen, die nicht „legal“ sind. Kein Wunder: Seit Beginn der Baustelle verzeichnet der Einzelhändler Umsatzeinbußen von bis zu 15 Prozent. Und seine Belegschaft ist von einst 100 auf derzeit 90 Mitarbeiter geschrumpft.

Stenten hat deswegen an Hauptzufahrtstraßen Schilder aufgehängt, um darauf hinzuweisen, dass sein Rewe anfahrbar ist, damit die Kunden nicht einen weiten Bogen um den Markt machen. Die Beschilderung ist eine Ordnungswidrigkeit, was die Stadt Stenten so auch mitgeteilt hat. Darüber hinaus hat der Händler Anzeigen in den Zeitungen bis hin nach Belgien aufgegeben und eine Rabattaktion gestartet. „Man kann uns von Belgien und vom Südviertel aus wieder problemlos erreichen“, betont er. Zuvor gab es nämlich eine Einbahnstraßenregelung. Diese Zeit hat Stenten als die schlimmste empfunden. Da seien sogar die vorher eingesetzten Baustellenampeln noch besser gewesen.

Trotz allem hat Stenten ein Lob für die Stadt parat: „Die Stadt hat mit den Arbeiten richtig Gas gegeben. Da waren zeitweise gleich zwei bis drei Trupps am Werk. Das war ganz anders als noch 2011.“ Allein: „Das hilft uns aktuell wenig.“ Denn eigentlich wollte Stenten mit einer hohen Investition in seinen Markt mehr Kunden generieren. Der Rewe wurde wenige Tage vor dem Beginn der Baustelle wiedereröffnet – und es kamen aufgrund der Umstände weniger Leute als vor dem Umbau.

Und so sehnt Josef Stenten das Ende der Baustelle herbei. Er geht davon aus, dass sie im September vor seinem Haus verschwunden ist. Die Stadt hatte zuletzt sogar von einer möglichen Fertigstellung vor den Sommerferien gesprochen. In diesem Zusammenhang ist Stenten froh, dass die Stawag die Kanalsanierung in der Burtscheider Straße vorgezogen hat und parallel zu den Arbeiten am Krugenofen durchzieht. Diese Maßnahme war eigentlich erst später geplant. Dass irgendwann wohl auch die Kasinostraße an der Reihe ist, bereitet ihm weniger Kopfzerbrechen: „Dann sind wir ja trotzdem von allen Seiten erreichbar.“ Auf eine dritte Leidenszeit hätte er auch keine Lust.

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