Seepferdchen kann zum Lebensretter werden

Von: David Grzeschik
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Eine wichtige Maßnahme, die auch noch Spaß macht: Beim Ferienschwimmkurs in der Osthalle lernen Kinder, wie sich über Wasser halten können. Foto: Kurt Bauer

Aachen. So traumhaft das Wetter in diesem Sommer mitunter auch ist: Überschattet wird die warme Jahreszeit von tragischen Badeunfällen in der Region. Dass sich Meldungen zu Badeunfällen häufen, hat aus Sicht von SPD-Bürgermeister Björn Jansen, auch Vorsitzender des Stadtsportbundes, seine Gründe.

„50 Prozent der Kinder, die heutzutage von der Grund- auf die weiterführende Schule wechseln, können nicht richtig schwimmen.“ Zudem hätten Umfragen in jüngerer Vergangenheit ergeben, dass „erschreckend viele Kinder“ noch nie in ihrem Leben am Meer oder einem Badesee gewesen seien. Wenn sie dann doch mit Wasser in Berührung kämen, schätzten sie ihre Schwimmfähigkeiten häufig falsch ein.

Um dem entgegenzuwirken, veranstaltet der Stadtsportbund Aachen in den Sommerferien im Rahmen des Programms „Aachen lernt Schwimmen“ Kurse für Nicht-Schwimmer. Über die sechs Wochen verteilt finden in der Osthalle insgesamt 24 Kurse statt, die sich an Dritt- bis Sechstklässler richten. Dabei sind die ersten Kurse bereits angelaufen – und Verantwortliche wie Kinder zeigten sich mit einer Zwischenbilanz sichtlich zufrieden.

„Die Ferienkurse sind eine ideale Möglichkeit, um über den Schwimmunterricht in der Schule hinaus das Schwimmen zu lernen“, so Jansen. Da sich in einem Kurs nur sechs bis zehn Kinder befänden, seien die Erfolgsaussichten angesichts der intensiveren Betreuung höher als sonst. Als Kursleiter des Ferienschwimmens fungiert Lars Kotulski. Das allgemeine Ziel des Angebots sei das Erreichen des Seepferdchens.

Dabei wären die Schwimmkurse ohne Unterstützung von Kooperationspartnern nicht denkbar. Neben Mitteln, die aus dem Landesprogramm „NRW kann schwimmen!“ fließen, ist in diesem Jahr zum bereits dritten Mal in Folge die Stawag mit an Bord.

„Mit der Unterstützung der Ferienschwimmkurse möchten wir der negativen Entwicklung einer wachsenden Anzahl von Nichtschwimmern bei Schülerinnen und Schülern entgegenwirken“, erklärt Eva Wußing, Pressesprecherin der Stawag. Nicht zuletzt dank der Sponsoren liegt die Kursgebühr bei lediglich zehn Euro pro Kind. Für Familien, die diesen Betrag nicht aufbringen könnten, stünden darüber hinaus Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zur Verfügung.

Für Wußing ist das wichtig, da gerade im Ostviertel Familien häufig die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten fehlten. Dabei sei die Nachfrage an guten Schwimmkursen eigentlich enorm, ist Jansen überzeugt. So sind die Schwimmkurse in den Ferien zwar vor allem an Kinder gerichtet, auf das Jahr verteilt bietet der Stadtsportbund Aachen aber auch Einheiten für Jugendliche und Erwachsene an. „Es ist wichtig, dass Kinder schnell schwimmen lernen“, erneuert Jansen seinen Appell. Im schlimmsten Fall kann es schließlich Leben retten.

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