Aachen - Seelsorge erfolgt auch kurz vor dem Anpfiff

Seelsorge erfolgt auch kurz vor dem Anpfiff

Von: Maximilian Grönegräs
Letzte Aktualisierung:
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Laden ein zu einer besonderen Sprechstunde in den Kloempchensclub im Tivoli: Alois Poquett (links) und Pfarrer Hans-Georg Schornstein. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme aller Gemeindemitglieder – so stellt man sich den verantwortungsbewussten Priester normalerweise vor. Hans-Georg Schornstein, katholischer Priester und Supervisor, geht mit dem Projekt „ansprechBar“ des Bistums Aachen noch einen Schritt weiter: Die Kirche soll auf die Menschen zukommen.

Ab sofort steht Schornstein für Gespräche zu Themen aller Art jetzt auch im Klömpchensklub im Tivoli zur Verfügung.

Seit dem 1. Oktober 2014 existiert die Aktion. Sie richtet sich explizit an alle Menschen, unabhängig von persönlicher Religion oder Konfession. „Ziel ist es nicht, die Gesprächspartner zum katholischen Glauben zu konvertieren“, betont der Priester. Bei seiner beruflichen Tätigkeit innerhalb mehrerer Ortsgemeinden habe er im Lauf der Jahre festgestellt, dass für persönliche Gespräche mit Leuten, die unter seelischen Belastungen leiden, im Alltag oft keine Zeit bleibe. Daher habe er sich dazu entschlossen, sich im Rahmen von „ansprechBar“ bewusst Zeit für diese Probleme zu nehmen.

Sowohl in den festen Räumen des Projekts in der Bendelstraße 35, als auch zu bestimmten Zeiten im Cafe Extrablatt, Markt 45-47, steht der Supervisor als Gesprächspartner zur Verfügung. Er sei bereits mit den unterschiedlichsten Bereichen konfrontiert worden. „Viele Menschen kommen mit Orientierungsfragen, Schuldfragen oder wegen ihres mangelnden Selbstwertgefühls zu mir“, weiß Schornstein zu berichten. „Manchmal geht es aber auch um einen Streit in der Familie oder berufliche Probleme.“ Einige Dinge gehen selbst dem erfahrenen Seelsorger noch immer sehr nah. Manche Menschen seien so tief in ihre eigenen Probleme verwickelt, dass sie ohne fremde Hilfe überhaupt nicht mehr herauskämen. In solchen Situationen sei es für den Priester vor allem wichtig, das Problem nicht zu seinem eigenen zu machen, um trotzdem noch handlungsfähig zu bleiben.

Unter dem Titel „You’ll never walk alone – ansprechBar am Ball“ ist Hans-Georg Schornstein nun auch im Klömpchensklub vertreten. Alois Poquett, Geschäftsführer des Fan-Lokals am Tivoli, hat den Priester vor einigen Wochen beim ökumenischen Kirchentag getroffen. Dort haben die beiden Männer festgestellt, dass sie eine große Gemeinsamkeit teilen: ihr christliches Menschenbild. Außerdem seien sie natürlich unheilbar Alemannia-Infizierte. „Wir vom Team Klömpchensklub wollen einen Beitrag zu dem Verein leisten und für die Fans ein angenehmes Ambiente schaffen“, erklärt Poquett. „Das Projekt ansprechBar passt da genau rein.“

Nächster Termin: 12. August

Zwei Stunden vor Anpfiff von jedem Heimspiel steht Schornstein bereit, das nächste ist bereits am Samstag, 12. August. Eine vorherige Anmeldung ist hier nicht nötig. Die Gestaltung der einzelnen Gespräche sei so flexibel wie möglich gehalten. Beim ersten Gespräch versuche der Supervisor zunächst einmal die Person kennenzulernen und so viel wie möglich über ihre Sorgen in Erfahrung zu bringen. Anschließend kann ein Folgetermin zu einer festen Uhrzeit ausgemacht werden. Zu bestimmten Themen, mit denen Schornstein noch nicht in Berührung gekommen ist, stelle er gerne noch einige persönliche Recherchen an: „So kann ich sicher sein, einen vernünftigen und hilfreichen Ratschlag geben zu können.“ Der Priester steht darüber hinaus im engen Kontakt mit weiteren Beratungsstellen in der Region.

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