Sechs Verletzte bei Raubzug am Büchel

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen bei dem Überfall zwei Angestellte des Juweliergeschäftes mit Reizgas attackiert worden sein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das erste ermittlungstechnische Nachspiel eines dreisten Raubzuges am helllichten Tag mitten in der City zog sich am Dienstag über mehrere Stunden hin: Unter den Augen zahlreicher Altstadtbummler sicherten Polizeibeamte in weißen Overalls Spuren eines Raubüberfalls auf das Juweliergeschäft Ulrich & Knorren am Büchel, unmittelbar neben dem Hotel Aquis Grana.

Gegen 11.20 hatten mindestens drei Unbekannte dort zwei Angestellte überrascht. Sie bedrohten sie nach ersten Erkenntnissen der Polizei mit einer Schusswaffe, sprühten ihnen Tränengas in die Gesichter und stahlen mehrere hochwertige Uhren. Dann flohen sie zu Fuß. Im Ganzen wurden bei dem Überfall sechs Menschen leicht verletzt. Zwei Personen mussten allerdings mit erheblichen Augenreizungen ins Krankenhaus gebracht werden, berichtete Polizeisprecher Andreas Müller. Weitere Details zum Hergang der Tat waren bei der Pressestelle am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. Auch über den Umfang der Beute gab es keine Informationen.

Die Fahndung nach den Räubern verlief bis in den Abend hinein erfolglos. Zeugen aus dem Umfeld berichteten, sie hätten kurz vor 11.30 Uhr einen lauten Knall gehört und dann beobachtet, wie mehrere Männer vom Tatort aus in Richtung des gegenüberliegenden Parkhauses davongerannt seien. Unterdessen sperrte die Polizei den Bürgersteig an der Ecke zum Büchel mit Flatterband. Etliche Beamte waren bis in den Nachmittag hinein damit beschäftigt, Beweise zu sichern. Zuvor hatte die Feuerwehr die Räume gründlich entlüften müssen, da die Täter sogenanntes CS-Gas eingesetzt hatten.

Über die Höhe des Schadens und den genauen Hergang des Geschehens konnte auch der Inhaber des Geschäfts, der sich während des Überfalls nicht dort aufgehalten hatte, am Nachmittag auf Anfrage der AZ noch nichts Näheres sagen. Zeugen berichteten der AZ unterdessen auch, dass es unmittelbar nach der Tat in Teilen der Innenstadt zu wilden Verfolgungsfahrten gekommen sei.

Polizeiwagen seien mit hohem Tempo etwa durch die Großkölnstraße gebrettert, so dass manche völlig überraschte Passanten sich in der Fußgängerzone nur mit Glück hätten in Sicherheit bringen können. In der Pressestelle gab es dazu am Nachmittag keinen Kommentar – die Auswertung der Berichte der Kollegen sei noch nicht so weit abgeschlossen, dass man dazu etwas sagen könne.

Zwei mindestens ebenso spektakulärer Raubzüge auf ein Juweliergeschäft in unmittelbarer Nähe hatten die Fahnder Anfang Februar 2014 und Ende August 2015 in Atem gehalten. Beim ersten, hochprofessionell organisierten Überfall auf das Studio Küpper an der Ecke Holzgraben/Ursuliner-straße hatten vier bewaffnete Männer innerhalb weniger Minuten rund 100 Uhren im Gesamtwert von 850.000 Euro erbeutet. Die Täter waren mit einem gestohlenen BMW unterwegs gewesen, den die Polizei sicherstellen konnte. Lediglich der Fahrer, der den Wagen zuvor gestohlen hatte, konnte über DNA-Spuren schließlich identifiziert und verurteilt werden. Er erhielt sieben Jahre Haft.

Anderthalb Jahre später erbeuteten drei Täter im gleichen Geschäft Schmuck im Wert von rund 80.000 Euro, nachdem sie das Schaufenster mit einem VW-Bulli gerammt hatten. Einer von ihnen konnte noch auf der Flucht festgenommen werden.

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