Scooter machen Senioren mobil

Von: Kathrin Albrecht
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Haben sichtlich Spaß an den neuen Elektroscootern im AWO-Seniorenzentrum Kennedypark: Joseph Baumsteiger und seine Begleiterin Eva Meisen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vorsichtig besteigt Joseph Baumsteiger den Elektroscooter im Hof des AWO-Seniorenzentrums Kennedypark. Eva Meisen von der Alltagsbegleitung hilft ihm dabei, stellt die Geschwindigkeit ein und zeigt ihm, wo sich der Anlasser befindet. Dann geht es auch schon Richtung Park.

„Sehr angenehm“ findet der 85-Jährige die Fahrten mit dem Scooter. Im Alltag wollen die Beine nicht mehr so richtig, da ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Jetzt kann Joseph Baumsteiger, der jahrzehntelang als Mitglieder der „Drei Jowis“ den Öcher Karneval mitprägte, wieder seine Runden durch den Park drehen.

„Ein bisschen langsam“

Das sechste oder siebte Mal sei er damit schon auf Tour, erzählt Baumsteiger. Dass es ihm Spaß macht, sieht man dem Senior an. „Ein bisschen langsam“ sei es für seinen Geschmack, eigentlich würde er gerne flotter unterwegs sein. Seit Juni dieses Jahres stehen den 73 Bewohnern des Seniorenzentrums zwei Elektroscooter zur Verfügung, zwei weitere sind im Seniorenzentrum am Morillenhang für die dort lebenden 107 Bewohner im Einsatz. „Die Scooter werden von den Bewohnern sehr gut angenommen“, berichtet Nicole Mehr, Leiterin der beiden Einrichtungen. „Sie bieten unseren Bewohnern die Möglichkeit, wieder anders an der Gesellschaft teilzunehmen.“

Arztbesuche wieder alleine erledigen oder selbst einkaufen gehen: Dinge, die lange nicht mehr möglich schienen, sind jetzt wieder machbar. Die Bewohner gewinnen durch die Scooter wieder ein Stück Mobilität und Selbstständigkeit zurück. Für andere ist es auch eine Erinnerung an ihr Berufsleben. „Ein Bewohner, der früher Lkw-Fahrer war, reserviert sich ,sein Auto‘ täglich“, erzählt Mehr.

Das Sanitätshaus Koczyba stellte die vier Scooter kostenlos zur Verfügung. Mitarbeiter des Sozialen Dienstes und der Alltagsbegleitung schulen die Bewohner im Umgang mit den Scootern und begleiten sie auf ihren ersten Touren.

Ganz bewusst haben sich die Einrichtungen für die elektrisch betriebenen Geräte entschieden. „Es gibt diese Scooter natürlich auch mit Benzinmotor. Dann ist allerdings nur die Benutzung auf der Straße erlaubt und die Bewohner müssten auf ihre Fahrtauglichkeit hin überprüft werden. Wir wollten aber allen Bewohnern die Möglichkeit der Nutzung bieten“, erklärt Mehr. Die E-Scooter dürfen nämlich auch auf dem Gehweg fahren und sind außerdem auch nicht so schnell wie die Benziner.

Die Idee für die Anschaffung stammt aus dem Mitarbeiterwettbewerb „Funkensprüher“ der AWO Gesellschaft für Alteneinrichtungen mbH (GESA), zu der auch die beiden Einrichtungen in Aachen seit Januar dieses Jahres gehören. Unter www.awo-gesa-funkensprueher.de können Mitarbeiter ihre Ideen veröffentlichen und zur Umsetzung anbieten.

Viele „Funkensprüher“-Ideen

Nicht nur die E-Scooter sind bereits umgesetzt worden, auch Zelten für demenzkranke Bewohner in Herzogenrath, die Anschaffung von Alpakas als Therapietiere für die Einrichtung in Niederzier oder zwei E-Bikes für die Mitarbeiter der Aachener Einrichtungen sind im Rahmen der „Funkensprüher“-Aktion realisiert worden.

„Wir möchten auch bei unseren Dienstfahrzeugen auf Nachhaltigkeit achten. Mit den E-Bikes sind wir zwischen den Einrichtungen sogar flotter unterwegs als mit Autos“, sagt Mehr. Und auch zu den Scootern sind die E-Bikes eine tolle Ergänzung. „Die Scooter können mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren. So können Mitarbeiter und Bewohner auch etwas schneller fahren.“ Joseph Baumsteiger wird sich darüber bestimmt freuen.

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