Schwurgericht reduziert die Strafhöhe für tödliche Messerstiche

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Es war eine Tragödie, die sich da am 13. Dezember 2012 kurz vor 21 Uhr in einer kleinen Wohnung in der Elisabeth­straße abgespielt hatte. Ein 22-Jähriger verblutete nach tiefen Stichen mit einem Küchenmesser in seinen Brustkorb.

Obwohl die Helfer bereits innerhalb von nur sechs Minuten vor Ort waren, kam für den Mann jede HIlfe zu spät. Das Messer hatte die rechte Herzkammer getroffen, das Leben des jungen Mannes war nicht mehr zu retten.

Ein Aachener Gericht verurteilte den 26-jährigen Täter 2013 zu sechs Jahren Haft wegen Totschlags, eine große Zahl von Milderungsgründen war dabei berücksichtigt worden. Immer noch zu hoch sei die Strafe, sagte der Bundesgerichtshof in seinem Revisionsentscheid und verwies den Fall zurück an eine neue Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht.

Immer wieder massiv provoziert

Die kam am Montag zu einem noch milderen Urteil. Fünf Jahre Haft sind genug, urteilte die Kammer, höchstens drei Jahre hat Mark-Peter P. nun noch abzusitzen. Dann wird der schwierige junge Mann, der zuvor in betreutem Wohnen versuchte, sein Leben auf die Reihe zu bringen, wieder frei sein.

Warum das so ist, erklärten die Richter wie folgt. Der Täter sei von seinem Opfer – einem obdachlosen jungen Mann, mit dem P. befreundet war und den er immer wieder von der Straße in seine Wohnung geholt hatte – durch einen Dauerstreit und üble Beschimpfungen „schwer provoziert“ worden.

Da gebe es juristisch die „Variante 1“ des Paragrafen 213 im Strafgesetzbuch, der zu einem geringeren Strafrahmen führe.

Gutmütigkeit ausgenutzt

Und wirklich hatte das Opfer die Gutmütigkeit des Täters ausgenutzt, war immer wieder zu ihm in die Wohnung gekommen und setzte ihn dann durch üble Provokationen, so das Gericht, herab. Dazu habe es auch körperliche Auseinandersetzungen gegeben. P. habe dann im Affekt zugestochen, strafmildernd komme bei ihm eine psychische Störung hinzu.

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