Schwimmhallen: Stadt will Badegäste blechen lassen

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
7798313.jpg
Die Energie- und Personalkosten steigen: Die Stadt will die Besucher der städtischen Schwimmhallen und des Freibads Hangeweiher ab April kommenden Jahres kräftig zur Kasse bitten. Foto: dpa

Aachen. Weil Energie- und Personalkosten steigen und Zuschüsse teilweise gesunken oder ganz weggefallen sind, will die Stadt die Besucher der städtischen Schwimmhallen und des Freibads Hangeweiher ab April kommenden Jahres deutlich kräftiger zur Kasse bitten als bisher.

Sollte die Politik zustimmen, tritt dann eine neue Entgeltordnung für die städtischen Sportstätten in Kraft, die bei manchen Angeboten zum Teil happige Preiserhöhungen vorsieht.

Das betrifft zum Beispiel die ausgesprochen beliebten „Bonuskarten“ – Mehrfachkarten in unterschiedlicher Stückelung, von denen die Stadt pro Jahr rund 17000 Stück verkauft. Insbesondere die „Bonuskarte Plus“, mit der Erwachsene für 48 Euro bislang 20 Mal und Kinder, Jugendliche und sonstige Ermäßigungsberechtigte für den gleichen Preis 30 Mal schwimmen können, soll satte 25 Prozent teurer werden: 60 Euro müsste man dann dafür berappen.

„Unser Rabattsystem weist Großzügigkeiten auf, die wir uns auf Dauer nicht leisten können“, kommentiert die Leiterin des städtischen Sportamts, Petra Prömpler, diese geplante Erhöhung. Auch dass besagte Bonuskarten bis 2008 nur 36 Euro kosteten und mithin im Vergleich dazu bald um zwei Drittel teuer sein werden, verteidigt sie: „Gemessen an den übrigen Kostensteigerungen ist das immer noch nicht viel.“ Aber Prömpler kann sich auch vorstellen, dass die Politik da vielleicht Einspruch erhebt – wie vor sechs Jahren, als eine genauso drastisch geplanter Anstieg auf zwei Jahre verteilt wurde. „Das wird sicher noch politische Diskussionen auslösen“, sagt die Sportamtsleiterin.

An Preiserhöhungen gehe aber kein Weg vorbei. Von 2012 auf 2013 hat sich das Betriebsergebnis der städtischen Schwimmbäder laut Verwaltung um rund 232000 Euro verschlechtert. Auf knapp 4,4 Millionen Euro beliefen sich da die jährlichen Verluste. „Natürlich sind Schwimmbäder immer ein Zuschussgeschäft“, sagt Karlheinz Welters, Abteilungsleiter im Sportamt – exakt ist der Zuschuss pro Badegast im vergangenen Jahr um gut 30 Cent auf 4,68 Euro gestiegen. Aber irgendwann müsse man gegensteuern.

Dass ansonsten mittelfristig möglicherweise eines der städtischen Bäder zur Disposition stünde, steht nicht in der Verwaltungsvorlage, über die der Sportausschuss am 4. Dezember und Finanzausschuss und Stadtrat im Januar abstimmen sollen. Aber für immer und ewig ausgeschlossen ist das auch nicht. „Wir wollen das, was wir haben, erhalten“, bekräftigt jedenfalls Karlheinz Welters. Und weil die Personalkosten 2013 im Vergleich zum Vorjahr um fast 40.000 Euro und die Energiekosten um gut 111.000 gestiegen und gleichzeitig Stiftungsmittel in Höhe von 50.000 Euro und Zuschüsse für den früheren Olympiastützpunkt in der Ulla-Klinger-Halle von 62.000 Euro weggefallen sind, sollen nun die Badegäste mehr blechen – zumal in den nächsten Jahren auch noch die knapp fünf Millionen Euro teure Sanierung des Freibads Hangeweiher ansteht.

Weitestgehend nicht betroffen sein sollen einzig Kinder und Jugendliche aus finanziell schwächer gestellten Familien, die über einen Aachen-Pass oder eine Familienkarte verfügen. Für alle anderen wird es teurer – teils recht moderat wie bei der Jahreskarte (von 330 auf 350 Euro) oder beim Einzelticket für Erwachsene (von 3,30 auf 3,50 Euro), teils heftig wie bei den Einzelschwimmkursen (bis zu 116 Prozent) und Gruppenschwimmkursen (bis zu 33 Prozent). Und auch das beliebte Geburtstagsschwimmen soll künftig etwa doppelt so viel kosten.

Ob das bei den Kunden ankommt? Die Verwaltung erwartet bei den Schwimmbädern Mehreinnahmen von jährlich rund 200.000 Euro. Petra Prömpler rechnet damit, dass durchaus manche Kunden verärgert reagieren. „Aber das muss sich einspielen“, sagt sie. „Die Besucher werden merken, dass wir preislich immer noch unter den meisten Anbietern in der näheren Umgebung liegen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert