Schwerverletzte nach brutalem Angriff auf Aachener Polizeibeamte

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
Faustschlag Prügel Faust Gewalt Polizei Blaulicht Überfall Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Drei Polizisten wurden in der Nacht zu Samstag nach einer Personenkontrolle von einer Gruppe junger Männer attackiert und zum Teil schwerer verletzt worden. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Aachen. Sie wollten am Einsatzort für Ordnung sorgen und wurden dann selbst mit Tritten und Schlägen attackiert: Ein krasser Vorfall von Gewalt gegen Polizeibeamte hat einen Großeinsatz in unmittelbarer Nähe des Aachener Bushofs ausgelöst – dieser Ort gilt ohnehin als Kriminalitätsschwerpunkt und wird mit Videokameras von der Polizei überwacht.

Am Ende waren drei Polizisten schwer verletzt. Ausgangspunkt war ein Notruf bei der Leitstelle. Der Anrufer gab an, von einer Gruppe von zehn bis 15 jungen Männern angegriffen worden zu sein. Als zwei Polizeibeamte die Personalien der alkoholisierten und aggressiven Männer aufnehmen wollten, eskalierte die Situation.

Ein 18-Jähriger wollte seinen Namen nicht preisgeben und flüchtete. Als die Beamten ihm folgten und ihn stoppen wollten, leistete er massiven Widerstand, es kam zum Gerangel, die Polizisten und der 18-Jährige stürzten zu Boden. Die anderen Mitglieder der Gruppe flüchteten daraufhin nicht etwa. Vielmehr griffen sie die am Boden liegenden Beamten aus dem Hinterhalt an, schlugen mehrmals auf sie ein und traktierten sie brutal mit Tritten, auch gegen die Köpfe.

Die Polizisten schafften es gerade eben noch, Verstärkung zu rufen. Erst als mehrere Streifenwagen vor Ort waren, konnten sie die Männer von weiteren Übergriffen abhalten. Insgesamt mussten drei schwer verletzte Polizisten ins Krankenhaus eingeliefert werden, sie sind nicht dienstfähig. Zehn Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Ein 18 Jahre alter Mann aus Würselen bleibt hinter Gittern, er war nur auf Bewährung auf freiem Fuß.

Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung. Mit Ausnahme eines 31-Jährigen sind alle Tatverdächtigen im jugendlichen Alter von 16 bis 20 Jahren. „Wie auch andere Rettungskräfte müssen wir immer häufiger feststellen, dass den Beamten fehlender Respekt und fehlende Achtung entgegenschlägt, sei es durch verbale Beschimpfungen oder auch durch körperliche Gewalt“, sagte Aachens Polizeisprecherin Sandra Schmitz am Dienstag.

Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete das Aggressionspotenzial gegen Polizisten und Rettungskräfte jüngst gegenüber unserer Zeitung als „besorgniserregend“ und kündigte an, jährlich 2300 neue Polizeianwärter einzustellen. Der Fall in Aachen ereignete sich bereits in der Nacht zum Samstag. Die Polizei berichtete jedoch erst am Dienstag davon.
 

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