Schwertbad-Neubau: Standort Jägerstraße wird konkret

Von: Oliver Schmetz
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Neuer Standort fürs Schwertbad? Laut SPD und CDU ist das frühere Philips-Areal an der Jägerstraße jetzt eine konkrete Option. Foto: Jaspers

Aachen. Einst baute Philips in der ehemaligen Tuchfabrik Rundfunkgeräte, dann forschten dort über Jahrzehnte Wissenschaftler der RWTH – und nun könnte das alte Industrieareal an der Burtscheider Jägerstraße Standort für eine hochmoderne neue Reha-Klinik werden.

Denn die schon länger andauernden Gespräche über das Grundstück, das die Inoges AG als Eigner des Schwertbades für einen Neubau der Burtscheider Kurklinik im Blick hat, sind nun offenbar konkret geworden.

Jedenfalls bekunden dies unisono der Aachener CDU-Fraktionschef Harald Baal und der hiesige SPD-Chef Karl Schultheis: Es gebe mittlerweile „vom Land das klare Signal“, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) das Grundstück bevorzugt an die Stadt abgeben solle, sofern diese dafür einen guten Grund liefern könne, sagt Baal: „Und da ist die Sicherung des Kurwesens doch ein mehr als guter Grund.“ Außerdem sei klar, so Schultheis, dass die dort heute noch beheimateten RWTH-Institute bis 2022 – möglicherweise aber auch schon früher – in Richtung Campus umziehen sollen.

„Wir wollen das wenn möglich beschleunigen“, sagt der SPD-Chef, „aber zumindest könnte das Schwertbad dann schon einmal sicher planen.“ Wer im Endeffekt das Grundstück vom Land übernimmt – die Stadt oder die Inoges AG, von der am Montag am frühen Abend keine Stellungnahme mehr zur neuen Entwicklung zu erhalten war –, müsse dann noch im Detail geklärt werden, so Baal und Schultheis.

Ohnehin fordern die Vertreter der großen Koalition im Aachener Stadtrat in Zukunft jede Menge gründliche (Detail-)Arbeit für den Stadtteil Burtscheid ein. Nicht weniger als ein umfassendes Zukunfts- und Handlungskonzept für den Kur-, Bade, Reha- und Gesundheitsstandort soll die Verwaltung in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln, fordern die Koalitionäre in einem gemeinsamen Ratsantrag. Und neben dem Einsatz für das Schwertbad sei da auch die Standortsicherung für die Reha-Klinik Rosenquelle „unverzichtbar“, heißt es in dem Papier.

Auch dieses Haus „sucht Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt Baal. Allerdings scheint dieser Vorstoß noch recht vage zu sein. Konkrete Pläne oder eine Bauvoranfrage gebe es, wie Schultheis und Baal auf Nachfrage sagen, bislang noch nicht. Gleichwohl will Schwarz-Rot da schon einmal vorbauen. Für die Rosenquelle „sollen im Bereich des Standorts Kurbrunnenstraße und des angrenzenden Kurparks planungs- und baurechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, die eine Standortsicherung ermöglichen“, heißt es in dem Antrag. Also eine Erweiterung in den Park hinein? Dies müsse nicht unbedingt der Fall sein, sagt Baal, und verweist eher auf das Flächenpotenzial auf der anderen Straßenseite, wo eine große Parkpalette das Areal vor dem Viadukt in Beschlag nimmt.

Zum ganzheitlichen Blick auf den Gesundheitsstandort Burtscheid gehören für CDU und SPD nicht nur die (Kur-)Kliniken, sondern auch ein „gesundheitsförderndes und klimafreundliches Mobilitätskonzept“, eine Erneuerung der öffentlichen Verkehrs-, Erholungs- und Freizeitflächen, eine „professionelle Beratungs- und Betreuungsstruktur“, ein „integriertes Marketingkonzept“ und nicht zuletzt das Thema Thermalquellen. Und bei alldem treibt sie nicht nur die Sorge um Aachens Charakter als Kur- und Badestadt um, geht es nicht nur um Identität und Tradition, sondern auch um knallharte wirtschaftliche Interessen. Denn immerhin, so Baal, „sind es sicher insgesamt über 1000 Arbeitsplätze, die am Burtscheider Kurwesen hängen“.

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