Aachen - Schweinegrippe: Wenn Schulen schließen, bleiben auch Kitas zu

Schweinegrippe: Wenn Schulen schließen, bleiben auch Kitas zu

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Schweinegrippe-Impfung
In der Nordeifel ist am Montag noch kein Mensch geimpft worden. Foto: dpa

Aachen. Das große Aufatmen bei den Eltern ist gerade einmal eine Woche her. Mit dem Ende des Kindergartenstreiks endete auch die Betreuungsmisere für manche Familie. Vorsichtshalber sollte man nun aber erneut und frühzeitig einen strategischen Plan in Sachen Unterbringung der Kinder machen.

Denn in der kommenden Woche wird´s spannend. Verlängert die NRW- Landesregierung die Sommerferien, um in Sachen Schweinegrippe Zeit zu gewinnen? Durchaus möglich, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Samstag offiziell mitgeteilt hat. Soll es so kommen, wird die Stadt wohl auch die Kindergärten dicht machen.

„Diese Entscheidung machen wir von der Entscheidung des Landes hinsichtlich der Schulen abhängig”, sagte am Montag Stadtpressesprecher Hans Poth auf Anfrage. Sinnvoll, da ist die Stadt überzeugt, seien solche Maßnahmen nicht. Die Schweinegrippe sei weder auf diese noch eine andere Art zu stoppen, sie werde vielmehr ihren Lauf nehmen.

Nordrhein-Westfalen ist unterdessen die „Nummer 1” bundesweit in Sachen Schweinegrippe. Von derzeit gemeldeten rund 6800 gemeldeten Fällen sind über 2600 aus NRW - Tendenz stark steigend. Laut Minister Laumann soll die Pandemie-Expertenkommission, die die Landesregierung seit April berät, in der Woche vor Schulbeginn ihr Votum in Sachen Ferienverlängerung abgeben. Wie lang diese im Fall der Fälle sein könnte, darüber gibt es keine Aussage.

Was könnten die Konsequenzen für die Schulen daraus sein? „Ein paar Tage, vielleicht eine Woche könnten wir im Laufe des Schuljahres aufholen”, glaubt zum Beispiel Klaus Becker, Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Alles darüber hinaus gehende, werde schwierig bis unmöglich aufzuholen sein. „Im Moment fehlt mir noch die Fantasie, wie das alles funktionieren soll. Unsere Unterrichtspläne stehen weitgehend. Wir können eigentlich loslegen”, so der Schulleiter, der hinzufügt: „Im anderen Falle erwarte ich dann allerdings auch Hilfestellung vom Land.”

Hilfestellung für den Fall, dass der Schulstart regulär vonstatten geht, will auf jeden Fall das städtische Gesundheitsamt den Schulen und Kindergärten anbieten - ebenso wie der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule. Man werde Konferenzen besuchen und die wichtigsten Dinge in Sachen Schweinegrippe erläutern, so Poth. Auch Minister Laumann hat in besagter Pressemitteilung schon Tipps weitergegeben. So sollen die Kinder regelmäßig die Hände mit Seife waschen, sie mit Einweghandtüchern abtrocknen und diese dann in gesonderte Mülleimern werfen. Außerdem solle auf „Begrüßungsrituale” verzichtet werden. Zu kontrollieren ist so etwas in der Praxis wohl nicht”, wie auch Klaus Becker meint. Man könne höchstens in den ersten Schulstunden an die Kinder appellieren, die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Mit Blick auf die Kindergärten sagt Hans Poth, die Eltern würden im Falle einer Schließung nach dem ganzen Ärger um die streikbedingten Schließungen einmal mehr gebeutelt, wenn nun auch noch wegen der Grippe die Pforten geschlossen würden. Gesundheitliche Gründe, so Poth, hätten aber notfalls Vorrang.
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