Schweinegrippe: Rund 30 Fälle in der Region

Von: mh
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Aachen. Rund 30 Menschen sind im Grenzland derzeit akut an Schweinegrippe erkrankt, täglich gehen beim Gesundheitsamt der Städteregion drei bis vier Meldungen über Infektionen mit dem H1N1-Virus ein.

Das berichtete Dr. Verena Bochat, Leiterin der Arbeitsgruppe Infektionsschutz, am Montag auf Anfrage. „Bei Menschen, die nicht durch einschlägige Erkrankungen gefährdet sind, ist der Krankheitsverlauf in aller Regel nicht schlimmer als bei der gewöhnlichen Influenza”, erklärt Bochat, „aber damit sollte er grundsätzlich eben auch nicht unterschätzt werden.”

Inzwischen seien nicht weniger als rund zwei Drittel aller Grippeerkrankungen auf den sogenannten Influenzavirus A zurückzuführen. Daher sei eine Impfung aus ihrer Sicht auf alle Fälle sinnvoll, betont die Amtsärztin. Immerhin sind laut Bochat seit dem jüngsten Herbstbeginn bundesweit 25 Menschen den Folgen der Erkrankung erlegen. Im nahegelegenen Köln starben seit Jahresbeginn eine 25-jährige Frau und ein sechsjähriges Mädchen.

„Besonders gefährdet sind Menschen mit entsprechenden Vorbelastungen wie chronischen Erkrankungen der Atemwege, Diabetiker, Rheuma oder Immunschwäche”, weiß die Expertin. Prinzipiell empfehlen die Behörden eine Impfung auch für Schwangere, Senioren und Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind. Inzwischen enthält der von der Weltgesundheitsorganisation zugelassene allgemeine Grippe-Impfstoff neben zwei weiteren Komponenten auch einen Anteil, der speziell gegen Influenza A schützt.

Auch in der Region gibt es laut Bochat vereinzelt Patienten, die aufgrund schweren Verlaufs der Krankheit und/oder besonderer konstitutioneller Gefährdung in stationärer Behandlung sind. Lebensgefahr bestehe aber in keinem der derzeit registrierten Fälle.

Grund zur Panik gebe es mithin heute so wenig wie beim ersten Auftreten des Virus im vergangenen Jahr, betont Bochat. „Allerdings ist inzwischen klar, dass die Behauptungen, die Schweinegrippe sei quasi eine Erfindung der Pharmaindustrie, Unsinn waren. Denn das Virus hat mittlerweile die meisten anderen Formen von Grippe-Erregern verdrängt.”
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