Schwedisches Königspaar erobert Aachen im Sturm

Von: Stefan Herrmann
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Herzlicher Empfang: Früher als geplant betraten Schwedens König Carl Gustaf und seine Frau Königin Silvia die Rathausempore. Foto: Michael Jaspers, Andreas Steindl
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Im Beisein von ALRV-Präsident Carl Meulenbergh (l.), Schwedens Botschafter Lars Danielsson (2.v.l.), NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (3.v.l.) und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (r.) trugen sich Königin Silvia und König Carl Gustaf ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Michael Jaspers, Andreas Steindl

Aachen. Alter Schwede, was für ein Empfang! Kommt königlicher Besuch in die Kaiserstadt, lässt sich Aachen nicht lumpen. Das ist in Karls einstiger Lieblingspfalz sozusagen über ein gutes Jahrtausend hinweg zur liebgewonnenen Tradition herangereift. Und davon profitieren auch im 21. Jahrhundert noch immer Europas gekrönte Häupter.

Königin Silvia und König Carl Gustaf von Schweden zum Beispiel, die am Montagabend von mehr als 2500 Besuchern auf dem proppenvollen Marktplatz herzlich begrüßt worden sind.

Besuch beim Bruder

So ein Besuch des schwedischen Königspaares, das seine offiziellen Termine im deutschen Aachen mit einem Familientreff in Belgien verbindet, will gut organisiert sein. Denn der ältere Bruder von Silvia von Schweden, einer geborenen Sommerlath, wohnt in Eupen. Nach Landung auf dem Düsseldorfer Flughafen um 14.30 Uhr und einer Tasse Kaffee bei Bruder Ralf de Toledo Sommerlath brach der royale Tross am montag dann auf Richtung in Richtung Kaiserstadt.

Dabei war laut AZ-Informationen bis zum Grenzübergang Köpfchen zunächst die belgische Polizei für den Begleitschutz der wertvollen schwedischen Delegation verantwortlich, bevor dort die deutschen Kollegen übernahmen und Silvia samt Ehemann sicher nach Aachen chauffierten.

Silvia, Tochter eines Deutschen und einer Brasilianerin, ist 1972 bei den olympischen Spielen in München als Chef-Hostess das erste Mal auf den schwedischen König Carl Gustaf getroffen. Und es hat sofort „klick“ gemacht. Heirat und drei Kinder folgten, ebenso wie schwere Zeiten und einige Skandale um ihren Ehemann.

Doch Königin Silvia stand öffentlich stets an der Seite ihres Gemahls. Heute – im Jahr 2016 – ist die Popularität des schwedischen Königshauses, ob in der skandinavischen Heimat oder beim gestrigen Auftritt auf dem Aachener Markt, riesig.

Das bunte Programm des Partnerlandes Schweden begeisterte die vielen tausend Besucher, die das erste Mal mit hunderten blau-gelben Schweden-Fähnchen wedelten und lautstark jubelten, als um Punkt 17.46 Uhr die schwarze Limousine samt Polizeieskorte vorfuhr und das Königspaar die Rathaustreppe hinauf schritt, um sich zunächst in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Und wer Königin (oder König) als Titel trägt, darf (fast) alles. Das Protokoll und ausgeklügelte Pläne über den Haufen werfen zum Beispiel. Denn statt, wie eigentlich vorgesehen, erst kurz vor 18.30 Uhr die Rathausempore erneut zu betreten, um das Pferde- und Folklorespektakel zu verfolgen, kamen die Majestäten bereits nach wenigen Minuten wieder raus ins „Sönnchen“.

Eine gute Entscheidung. Denn das Empfang des diesjährigen CHIO-Partnerlandes unter der Moderation von Volker Raulf machte Lust auf mehr. Angeführt von den Aachener Stadtreitern, folgte ein gelungener Galopp durch Schwedens (Pferde-)Welt. Die königliche Feuerwehrkapelle „Royal Fire Brigade“ spielte gleich mehrere Ständchen für Royals, Ehrengäste und das Öcher Publikum.

Das schwedische Leibgardebataillon „Royal Mountain Guards“ zeigte perfekte Präzision im Umgang mit Pferd und Bajonette. Eine Folkloregruppe vollführte einen stimmigen Mittsommernachtstanz, eine süße Shetlandpony-Kutsche sorgte nicht nur bei Kindern für leuchtende Augen, und wilde Wikinger preschten auf ihren Isländern über das Pflaster.

Winken, strahlen, genießen

„Es ist einfach toll, dass wir mit dem CHIO und dem Partnerland Schweden wieder die Chance haben, uns als Europastadt zu präsentieren“, frohlockte Oberbürgermeiste Marcel Philipp. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft grüßte im feinsten rheinischen Singsang die vielen „lieben Öcher“ auf dem Marktplatz, und Schwedens Botschafter in Berlin, Lars Danielsson, fand es „einfach fantastisch in Aachen, der Pferdestadt der Welt“, sein zu dürfen.

Und Königin Silvia? Die winkte, strahlte und genoss sichtlich, ebenso wie ihr Mann, die gelungene Show, das gute Wetter und das herzliche Willkommen der Aachener. Nur Reden tat sie an diesem Abend noch nicht. Soweit hielt sie sich dann doch ans Protokoll. Denn das soll sie erst heute Abend, wenn Schwedens Königin den CHIO 2016 offiziell im großen Springstadion eröffnet.

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