Schwebende Boote und feine Farbenspiele

Von: Kathrin Albrecht
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Begegnung von Malerei und Installationskunst: Unter dem Titel „Nahsicht – Fernsicht“ stellen Anita Brendgens (rechts) und die Malerin Barbara Schulte-Zurhausen im Atelierhaus an der Süsterfeldstraße erstmals gemeinsam aus. Am Sonntag ist Vernissage. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Installation ist das Erste, was dem Besucher des Ausstellungsraums im ersten Stock des Aachener Atelierhauses ins Auge fällt. Die an Bindfäden befestigten Fragmente scheinen im Raum zu schweben. Ein Boot stellen sie dar, daneben scheinen Bojen, eine Tonne und eine Schwimmweste im Wasser zu treiben. Schöpferin dieser Papier-Installation ist die Bildhauerin Anita Brendgens.

Ein Boot stellen sie dar, daneben scheinen Bojen, eine Tonne und eine Schwimmweste im Wasser zu treiben. Schöpferin dieser Papier-Installation ist die Bildhauerin Anita Brendgens.

Der Boot-Installation gegenüber gestellt sind die Malereien von Barbara Schulte-Zurhausen. Ihre Bilder spielen mit den Eindrücken, die sich im Zusammenspiel von Farbe, Übermalung und Lichteinfall ergeben. Die Farbflächen sind mit weißer Farbe übermalt, bei einigen durchbrechen dünne Linien die Fläche. Bei anderen Bildern tritt die Farbe nur an den Rändern in Erscheinung. „Man muss sich auf diese Bilder einlassen und Zeit nehmen,“ sagt Barbara Schulte-Zurhausen, „die Wirkung der Malereien erschließt sich nicht im Vorbeigehen. Und sie verändert sich je nach Tages- und Jahreszeit.“

Viele Anknüpfungspunkte

Die Ausstellung im Atelierhaus unter dem Titel „Nahsicht – Fernsicht“ ist die erste gemeinsame Ausstellung der beiden Künstlerinnen, obwohl sie sich schon seit einiger Zeit kennen. Barbara Schulte-Zurhausen hat in der Vergangenheit schon öfter Gemeinschaftsausstellungen mit Bildhauern gemacht: „Mir gefällt die Korrespondenz, die sich aus der Zusammenstellung der Kunstwerke ergibt.“

Auch in dieser Ausstellung finden sich viele gemeinsame Anknüpfungspunkte. Neben der Farbe Weiß ist es das Subtile in den Kunstwerken, die Arbeit mit verschiedenen Schichtungen und Andeutungen. „Die Wahrnehmung des Betrachters spielt bei beiden Kunstwerken eine wichtige Rolle. Für uns ist diese Ausstellung ein gelungenes Gesamtkonzept“, so Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhauses. Für die Installation fuhr Anita Brendgens seit Januar jede Woche an den Rursee, um dort die Abdrücke von ihrem Modell, einer Pirat-Jolle, zu nehmen. Das dafür verwendete Papier schöpfte sie selbst von Hand. Wie viel Quadratmeter in dem Kunstwerk aufgegangen sind, weiß sie nicht genau. „Viel“, sagt sie lachend. Es sind meist Alltagsgegenstände, die Brendgens in ihre Papierkunst übersetzt.

Die fragilen Objekte scheinen wie Echos der realen Gegenstände, die Formen sind angedeutet. „Ich muss immer überlegen, wie viel ich ausforme, sodass der Betrachter die Gegenstände selbst vervollständigen kann.“ Seit Ende der 90er Jahre arbeitet Anita Brendgens mit dem Material Papier. „Dieser Stoff ist einerseits fest – wenn man zwei feuchte Blätter miteinander verklebt, halten sie ohne einen tropfen Kleister zusammen. Andererseits ergibt sich durch das Zusammenfügen dieser kleinen Stücke eine fast blumige, leichte Struktur.“ Auch die Malereien von Schulte-Zurhausen erfordern genaues Hinsehen. Wie sind die Farbflächen und -schichten angeordnet, welche liegt übereinander, was tritt in den Hinter-, was in den Vordergrund? Für ihre Malereien verwendet sie Eitempera-Farben. Durch das Auftragen mehrerer Schichten übereinander entstehen die besonderen Farbnuancen.

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