Aachen - Schwarz-grüne Analysen nach Wahlen in Bezirken

Schwarz-grüne Analysen nach Wahlen in Bezirken

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die junge schwarz-grüne Ehe in Aachen ist noch fragil. Während sie im Stadtrat besiegelt und verkündet ist, finden CDU und Grüne in einigen Bezirken wie berichtet ganz und gar nicht zusammen.

In Laurensberg wird die grüne Karin Schmitt-Promny nicht wie zunächst geplant Bezirksvorsteherin - und bei der anschließenden Stichwahl um die Stellvertreterposten stimmen Teile der CDU mit der SPD.

In Haaren denkt der alte und neue Bezirksvorsteher Ferdinand Corsten gar nicht erst an eine Kooperation mit den Grünen - mithin stellen diese nicht einmal einen Stellvertreter.

Dasselbe Bild in Kornelimünster-Walheim, wo CDU-Bezirksvorsteher Eberhard Büchel wie sein Kollege Corsten ebenfalls lieber mit der FDP paktiert. Gibt es also gleich zum schwarz-grünen Start einen Ehekrach?

Keineswegs sei das so, betonen CDU-Fraktionschef Harald Baal und Grünen-Parteisprecher Helmut Ludwig. Vielmehr liege die Nicht-Kooperation in den drei besagten Stadtteilen in der dortigen Situation begründet.

Beispiel Laurensberg: Alleine beim Thema Sandhäuschen krachten dort politische Welten aufeinander, wurde unter anderem zwischen CDU und Grünen heftigst gestritten. Allerdings auch zwischen SPD und CDU - und trotzdem votierten am Mittwoch drei CDU-Leute für SPD-Frau Helga Efes als stellvertretende Bezirksvorsteherin.

Dennoch ist Ratsfrau Schmitt-Promny, die am Ende auf ihren Stellvertreterposten verzichtete, „nicht enttäuscht”. Es habe sich angedeutet, dass es so kommt.

„Die CDU in Laurensberg ist offenbar noch nicht reif für Schwarz-Grün”, analysiert sie. Helmut Ludwig glaubt, „dass da wohl noch einige Rechnungen offen waren”.

Harald Baal vermutet „persönliche Motive” hinter der Entscheidung seiner Parteifreunde: „Der Weg von CDU und Grünen zueinander ist eben etwas länger.”

Trauer, so Schmitt-Promny, trage man aber keineswegs: „Wir haben eine erfolgreiche Politik in Laurensberg gemacht, was sich in unserem Wahlergebnis widerspiegelt.”

Das wolle man nun fortsetzen. Gerade auf Laurensberger Gebiet spielen sich gleichwohl einige der wichtigsten Themen der kommenden Jahre - zum Beispiel der Campus - ab. Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig appelliert, „einen Strich unter die Vergangenheit zu machen und alte Gräben zuzuschütten”.

Ursula Becker von den Haarener Grünen wurde vom CDU-FDP-Pakt nicht überrascht: „Das hat Herr Corsten schon frühzeitig angekündigt”, sagt sie.

Eine „Gratulation” sprach auch Harald Baal seinem Ratskollegen Corsten aus. Wenngleich es ein offenes Geheimnis ist, dass die CDU-Führung überhaupt nicht glücklich mit dessen erneuter Wahl ist.

„Ämterhäufung” ist nicht gewollt - und Corsten sitzt im Stadtrat, im Städteregionstag und ist Bezirksvorsteher. Baal kündigte an, diese Situation „bei der weiteren Besetzung von Positionen zu berücksichtigen”.

Corsten dazu: „Ich würde keinen Posten übernehmen, den ich nicht zu hundert Prozent ausfüllen kann.” Baal selbst sitzt übrigens ebenfalls im Stadtrat und im Städteregionstag. Was er aber als „gewollt” bezeichnet. Schließlich solle er für die CDU eine „Schnittstelle” sein.
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