Aachen - „Schwan“ wird aufgemöbelt, Eiscafé zieht aus

„Schwan“ wird aufgemöbelt, Eiscafé zieht aus

Von: Robert Esser
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Zwei benachbarte Traditionshäuser in einer Hand: Gastronom Dieter Becker („Goldenes Einhorn“) übernimmt das Brauerei-Restaurant „Goldener Schwan“ auf dem Markt – Neueröffnung im Oktober. Foto: Michael Jaspers
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Nimmt wohl für immer Abschied: Nach über acht Jahren will Rolando Santarosa sein Eiscafé auf dem Aachener Marktplatz schließen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Aachener Marktplatz entwickelt sich ab Mitte Oktober weiter zum reinen Foodcourt – fehlt nur noch das Dach für die kulinarische Arena. Auf der einen Seite, direkt hinter dem Karlsbrunnen, übernimmt der Wirt vom „Goldenen Einhorn“, Dieter Becker, nun auch offiziell das benachbarte Brauerei-Restaurant „Goldener Schwan“.

Dessen Pächter Matthias Erforth hatte Ende Juni fast 600 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung des Wirtshauses aus finanziellen Gründen die Reißleine gezogen. Auf der anderen Seite sagt Rolando Santarosa nach mehr als acht Jahren Ciao. Er schließt sein Eiscafé. Danach gibt es auf dem Aachener Markt nach vielen Jahren erstmals keine einzige Eisdiele mehr.

„Es ist schade, aber ich werde wohl nach Süddeutschland gehen – näher an meine Heimat Italien. Ich mache Platz“, sagt der 59-Jährige traurig. „Ich bin hier ohne Familie; und das Geschäft wurde immer anstrengender“, erklärt er. Dem Vernehmen will der Immobilienentwickler und Hauseigentümer Gerd Sauren das Eislokal mit der links daneben liegenden und schon seit Monaten leerstehenden Espressobar verbinden. Dann soll wohl in das vergrößerte Ladenlokal nach entsprechendem Umbau eine Café-Restaurant-Filiale einer deutschlandweit bekannten Kette einziehen.

Ganz unverwechselbar sollen sich hingegen „Goldener Schwan“ (160 Sitzplätze) und „Goldenes Einhorn“ (84) weiterentwickeln. „Es wird kein zweites Einhorn geben. Und: Schwan bleibt Schwan“, bringt Becker das auf den Punkt. Das „Einhorn“ soll weiter idyllisches Traditionslokal bleiben, im „Schwan“ soll der Betrieb „in einer modernen Variante eines traditionellen Brauhaus-Konzeptes“ spätestens Ende kommenden Monats wieder anlaufen. Derzeit wird die Küche saniert. „Wir installieren auch ein neues Lichtkonzept und bringen mehr Farbe in die verschiedenen Etagen des Lokals“, verrät Becker.

Der Aachener Gastronomieverantwortliche des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) freut sich auf die erweiterte Herausforderung. „Ich bin mir der Verantwortung bewusst. Ich fühle mich in der Tradition verwurzelt – aber nicht von ihr verhaftet“, sagt Becker. Auf der Speisekarte soll es leichte Veränderungen geben – „aber der Flammkuchen bleibt natürlich“. Rund 45 Mitarbeiter zählt sein Team insgesamt. Und zu seinem Vorgänger Erforth pflegt er ein hervorragendes Verhältnis.

„Er hat bis zuletzt durchgehalten. Matthias steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Das zeigt wirklich einen tollen Charakter“, zollt Becker Respekt. Entscheidender Partner beider Traditionshäuser ist die Bitburger Brauerei. „Einhorn“ und „Schwan“ sollen als Flaggschiffe des Markts jeweils unverwechselbar bleiben. Wann hier indes wieder Platz für eine echte Eisdiele ist, bleibt erst einmal offen.

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