Schwachstellen im Radwegnetz: Viele Ansätze für die Verkehrsplaner

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
Turmstraße
Gefahren für Radfahrer sehen viele Leser auf der vielbefahrenen Turmstraße. Foto: Michael Jaspers
Krugenofen
Krugenofen: Kein Schutzstreifen weit und breit. Foto: Michael Jaspers
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Nicht überall sind die Schutzstreifen am Pontwall so eindeutig wie auf diesem Bild. Foto: Michael Jaspers
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Eine „eklatante Schwachstelle“ sieht eine Leserin an der Normaluhr. Foto: Michael Jaspers
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Die Fahrbahndecke des Vennbahnweges ist an vielen Stellen durch Baumwurzeln angehoben worden. Foto: Michael Jaspers
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AZ-Redakteur Oliver Schmetz ist mit dem Fahrrad einige Problemstellen abgefahren. Foto: Michael Jaspers
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Dutzende Leser sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns Hinweise auf weitere Gefahrenstellen für Radfahrer im Straßenverkehr mitgeteilt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 10.000 Menschen haben allein bei Facebook das Video unserer Lokalredaktion mit einigen Beispielen von Schwachstellen im Aachener Radwegenetz angeklickt. Und das innerhalb von gerade mal 48 Stunden.

Seitdem sind Dutzende Leser unserem Aufruf gefolgt und haben uns Hinweise auf weitere Gefahrenstellen für Radfahrer im Straßenverkehr mitgeteilt – ob telefonisch, per E-Mail oder als Online-Kommentar unter unserem Artikel. Die Resonanz war und ist noch immer überwältigend – und der Handlungsbedarf offensichtlich enorm. Die AZ-Leser geben der Radwegeführung in Aachen überwiegend schlechte Noten.

Zu den allgemeinen Kritikpunkten gehört, dass es gerade im Innenstadtbereich nicht nur zu wenige, sondern vor allem auch zu schmale Schutzstreifen für Radfahrer gebe – und wenn doch, dann werden diese häufig durch Falschparker, Mülltonnen oder andere Hindernisse blockiert. Die Einsendungen waren so zahlreich, dass wir an dieser Stelle nicht allen gerecht werden können. Wir beschränken uns deshalb auf einige Beispiele.

Schanz: Die Botschaft des roten Stoppschilds an der Schanz in Richtung Vaalser Straße ist eindeutig – dennoch wird es häufig von Autofahrern missachtet. Ein „Ghostbike“ erinnert an den tödlichen Unfall vom vergangenen Jahr, bei dem ein Radfahrer verunglückte.

Hansemannplatz: Wie gefährlich die Verkehrsführung am Hansemannplatz für Radfahrer sein kann, verdeutlicht nicht zuletzt auch hier ein weiß lackiertes und mit Blumen geschmücktes „Ghostbike“. Es erinnert an die junge Frau, die im April nach einem Zusammenstoß mit einem Linienbus ums Leben gekommen ist. „Zwischen zwei Bussen durchzufahren, die voneinander keine zwei Meter Abstand haben, ist absolut beängstigend“, schreibt eine Leserin bei Facebook.

Pontwall: Nicht überall sind die Schutzstreifen am Pontwall so eindeutig wie auf dem Bild. An der Einmündung von der Wüllnerstraße gibt es keine Abbiegespur für Fahrradfahrer. „Wer hier sicher abbiegen will, muss über die Fußgängerampel fahren, da die Autofahrer hier gar keine Rücksicht nehmen“, schreibt ein Leser.

Krefelder Straße: „Baustellen“ in Sachen Radverkehrssicherheit gibt es an der Krefelder Straße viele. Insbesondere an den Kreuzungen besteht nach Ansicht vieler Leser Nachholbedarf. Kritisiert wurde, dass zwischen der Bastei und dem Soerser Weg keine Schutzstreifen existieren. Eine Leserin schreibt zudem, dass das Abbiegen auf die Ludwigsallee schwierig sei, wenn man von der Rolandstraße kommt. Der Grund: Der Radweg an der Rolandstraße führt über den Bürgersteig, an der Ampel zur Ludwigsallee werden Fahrradfahrer von linksabbiegenden Autos häufig nicht gesehen. Sie schlägt vor, Hinweisschilder aufzustellen, auf kreuzende Radfahrer aufmerksam machen. Zudem könne man die Ampelschaltung so gestalten, dass es für Fußgänger und Radfahrer eine Grünphase ohne Linksabbieger gibt.

Normaluhr: Eine „eklatante Schwachstelle“ sieht eine Leserin an der Normaluhr. Von Burtscheid aus kommend, werde insbesondere an der Einmündung Zollern­straße die Vorfahrt von Radfahrern missachtet.

Trierer Straße: Auch an der Trierer Straße sehen unsere Leser eine Vielzahl an Schwachstellen. Kritisiert wird unter anderem der gemeinsame Rad- und Gehweg in beide Richtungen. „Autofahrer, die aus den Ausfahrten von beispielsweise McDonald‘s, Lidl oder Rewe kommen und rechts abbiegen, konzentrieren sich meist nur auf von links kommenden Straßenverkehr und übersehen, dass von rechts Radfahrer zu beachten sind“, gibt ein Leser zu bedenken. Darüber hinaus wird der Zustand des Radwegs als „einzige Katastrophe“ beschrieben.

Krugenofen: Kein Schutzstreifen weit und breit. Radfahrer müssen sich zwischen dem fahrenden Blech durchzwängen.

Kaiserplatz: Als besonders gefährlich beschreiben mehrere Leser die Ampelschaltung am Kaiserplatz.

Adalbertsteinweg: Fast schon legendär ist der Schutzstreifen, der auf dem Adalbertsteinweg stadteinwärts hinter der Kreuzung zur Stolberger Straße mitten auf der Fahrbahn endet. Ein Leser beschreibt zudem, dass der Zustand der Straße ab der Josefskirche so schlecht sei, dass das „Rechtsfahrgebot für Radfahrer dort nur unter großer Gefahr möglich“ sei. „Deswegen fahre ich dort oft in der Mitte, was gefährliche Überholmanöver von wütenden Autofahrern provoziert.“ Zudem neigen Autofahrer, die rechts abbiegen, dazu, Radfahrer zu übersehen.

Turmstraße: Gefahren für Radfahrer sehen viele Leser auf der vielbefahrenen Turmstraße. Zudem sei der Radweg in Richtung Lochnerstraße zwischen den Kreuzungen mit der Melatener- und der Maastrichter Straße „extrem baufällig“. „Dort ist es schwierig, zwischen den ganzen Schlaglöchern überhaupt noch ein Stück Straße zu finden“, schreibt ein Leser.

Wilhelmstraße: Sowohl an der Kreuzung zur Lothringer Straße als auch zur Zollernstraße sehen Leser Schwachstellen. Als „sehr eng und gefährlich“ wird die Verkehrsführung für Radfahrer beschrieben.

Vennbahnweg: Auch wenn man auf weiten Teilen des Vennbahnweges wunderbar Fahrrad fahren kann, tauchte der Radweg in vielen Zuschriften an unsere Lokalredaktion auf. Der Grund: Die Fahrbahndecke ist an vielen Stellen durch Baumwurzeln angehoben worden. Einige Leser schreiben sogar von einer „Rüttelstrecke“.

Brabantstraße: An der Ecke zur Oppenhoffallee vermisst eine Leserin eine eindeutige Fahrbahnmarkierung für Abbieger. „Wer sich wo einsortieren sollte, um in die Brabantstraße zu fahren, ist nicht klar. Das ist für Radfahrer, die in die Lothringer Straße fahren wollen, gefährlich, weil Autofahrer vor einem in die Brabantstraße einfahren“, schreibt sie.

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