Aachen - Schuss in Hansemann-Schenke muss neu verhandelt werden

Schuss in Hansemann-Schenke muss neu verhandelt werden

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Hansemannplatz
Für den Schuss in die Brust eines Kontrahenten im Juni 2012 in der Hansemann-Schenke kam Drinard A. bereits im Februar 2014 vor dem Aachener Schwurgericht mit einer milden Strafe davon. Foto: Archiv/Roeger

Aachen. Für den Schuss in die Brust eines Kontrahenten im Juni 2012 in der Hansemann-Schenke kam Drinard A. bereits im Februar 2014 vor dem Aachener Schwurgericht mit einer milden Strafe davon – vier Jahre und sechs Monate wegen gefährlicher Körperverletzung kassierte er.

Schließlich hatte der damals 37-Jährige bei dem nächtlichen Streit seinen Gegner aus nächster Nähe getroffen, der Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Jetzt ist Drinard H. nach kaum einem Jahr wieder auf freiem Fuß, weil sein Verteidiger Norbert Hack (Eschweiler) das Aachener Verfahren beim Bundesgerichtshof (BGH) beanstandet hatte. Hack war mit dieser Revision in Karlsruhe erfolgreich. Die Bundesrichter des 2. Strafsenats hoben das Urteil auf und verwiesen die Sache zurück nach Aachen an eine andere Strafkammer. Grund: Das Urteil sei rechtsfehlerhaft.

Bereits vor knapp einem Jahr hatte Hack im hiesigen Schwurgerichtsverfahren dahingehend plädiert, der Schuss sei im Gerangel der beiden Männer um die Pistole nicht absichtlich gefallen, damit sei die Tat juristisch „nur“ als eine fahrlässige Körperverletzung zu werten. Dafür komme ein noch geringeres Strafmaß, eventuell sogar nur eine Bewährungsstrafe infrage. So beantragte er die Freilassung seines Mandanten, die Richter stimmten letzte Woche zu.

Der aus Albanien stammende Angeklagte war damals in der Hansemann-Schenke auf eine Gruppe von Landsleuten gestoßen, es gab Streit mit einem Mann am Nachbartisch. Dass man sich nicht kannte, nahmen die Richter dem Angeklagten nicht ab, schließlich gingen beide Freundinnen in der Antoniusstraße anschaffen.

Merkwürdig auch: Nicht nur der Angeklagte war zunächst für ein Jahr verschwunden, auch das Opfer war nach dem Krankenhausaufenthalt unauffindbar. Aus Angst vor den Gesetzen der albanischen Blutrache wollte H. sein Opfer über Mittelsmänner ausfindig machen, um einen finanziellen Ausgleich für die Tat verhandeln zu können.

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