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Schuss in die Brust: Mechaniker vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Hansemannplatz
Die Spurensicherung war nach der Bluttat schnell vor Ort. Foto: Archiv/Roeger

Aachen. Fast genau auf den Tag ist es zwei Jahre her, da fiel Nachts in der Gaststätte am Aachener Hansemannplatz urplötzlich ein Schuss. In Streit geraten waren dort gegen zwei Uhr zwei Männer.

Der heute 37-jähriger Mechaniker Drinard H. tötete laut Anklage mit einem aufgesetzten Schuss in die Brust seinen Kontrahenten beinahe. Nur weil ein Polizist, der gleichzeitig als Rettungssanitäter ausgebildet war, schnell vor Ort den Mann versorgte und auch der Notarzt unmittelbar kam, überlebte das Opfer. Es ist ein damals 40-jähriger Mann, vermutlich ebenfalls albanischer Herkunft. Das Opfer ist jedoch momentan nicht aufzufinden.

Das galt für etwa ein Jahr lang gleichermaßen für den Täter, der sich nach dem Vorfall schnellstens abgesetzt hatte und sich erst jetzt wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Aachener Schwurgericht verantworten muss. Die Bedienung des Lokals schilderte, wie sie den Abend erlebt hatte. Seit einigen Stunden bereits hätten an diesem Mittwochabend an einem Fenstertisch fünf Männer albanischer Herkunft gesessen, sie hätten „gemeiert“ (das ist ein Würfelspiel) und ruhig Bier getrunken.

Dann gegen Ende sei ein weiterer Mann gekommen. Der habe ein Bier bestellt. Sie sei bereits mit der Schlussrunde fertig gewesen und habe ihm nichts mehr gegeben.

Der setzte sich dann zu einem der Gäste in der Runde. Sie hätten schnell Streit bekommen, das habe man an der Lautstärke der albanisch geführten Unterhaltung und am Tischrücken bemerkt.

Plötzlich dann habe der Hinzugekommene einen Aschenbecher genommen und seinem gegenüber auf den Kopf geschlagen. Als unmittelbar danach ein Schuss fiel, habe sie gesehen, wie vier der Männer blitzartig aus dem Lokal liefen. Das Opfer habe sich in Richtung Türe geschleppt, sei dort zusammengebrochen. Der mutmaßliche Täter jedoch sei ganz ruhig hinausgegangen, habe die Heinrichsallee überquert und sei in Richtung Bushof verschwunden. „Ich will mich eigentlich an das alles nicht mehr erinnern“, schüttelte die Zeugin vor Richter Arno Bormann, dem Vorsitzenden der Schwurgerichtskammer den Kopf, doch es blieb ihr nichts anderes übrig. Der Schuss habe sich „dumpf“ angehört, hatte sie bei der Polizei zu Protokoll gegeben.

Wahrscheinlich deswegen geht die Anklage von einem auf das Brustbein des Opfers aufgesetzten Pistolenschuss aus, die Kugel trat im unteren Rückenbereich des Opfers wieder aus.

Zu Beginn des Prozesses entspann sich zwischen Verteidigung und Gericht ein längerer Disput über die Qualität der Anklageübersetzung. H. hatte moniert, Worte und Buchstaben entsprächen nicht dem ihm geläufigen Hochalbanisch und er wolle einen anderen Übersetzer. Das lehnte die Kammer ab. Daraufhin stellte Verteidiger Norbert Hack die eigentlich angekündigte Einlassung des Angeklagten zurück - bis das geklärt sei.

Der Prozess geht am 6. Februar weiter.

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