Schultaschen-Spendenaktion der „Tafel” stößt auf große Resonanz

Von: Hanna Sturm
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Dankbare Abnehmer garantiert:
Dankbare Abnehmer garantiert: Frank Tesch und Jutta Schlockermann (rechts) von der Aachener Tafel freuen sich mit Stefanie Vogel von Weyers-Kaatzer über die große Spendenbereitschaft in Sachen Schultaschen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Ladefläche des Kleintransporters ist schon gut gefüllt, und doch sind noch längst nicht alle Schultaschen verladen. Etwa 130 Ranzen haben Aachener Familien in den letzten Wochen beim Schreibwarenladen Weyers-Kaatzer abgegeben. In den nächsten Tagen werden sie über die Aachener Tafel an bedürftige Grundschulkinder verteilt.

Manche Ranzen sind mit Pferden oder Prinzessinen auf rosa Grund verziert, andere ganz sportlich mit Fußbällen oder Rennautos. Den Kindern seien die Abbildungen auf der Tasche meist wichtiger, als ob sie alt oder neu sei, weiß Jutta Schlockermann, Vorsitzende des Vereins Aachener Tafel.

Seit mehreren Jahren sammelt die Tafel gebrauchte Ranzen für ihre Kunden, denn die vielen Neuanschaffungen zum Schulanfang können sich viele Familien einfach nicht leisten. Zwar gebe es einen staatliche Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger von 70 Euro vor dem ersten und noch einmal 30 Euro vor dem zweiten Halbjahr des ersten Schuljahres, aber bei all den Büchern und Materialien, die angeschafft werden müssten, reiche das nicht. Hinzu kommt, dass Eltern bei dem ersten Ranzen auf Qualität achten sollten, denn ein einfacher Rucksack ist nicht geeignet, das Gewicht von Büchern, Heften und Stiften einigermaßen gesund auf dem Rücken der I-Dötzchen zu verteilen. Gute Ranzen sind jedoch teuer.

Die Spendenaktion erfährt seit Jahren einen großen Zulauf, insgesamt etwa 190 Schultaschen sind abgegeben worden. Auch die neue Sammelstelle im Geschäft an der Kleinmarschierstraße ist gut angekommen. „Die Familien nutzen gerne die Möglichkeit, gebrauchte Ranzen abzugeben und damit etwas Gutes zu tun”, sagt Stefanie Vogel von Weyers-Kaatzer. Denn spätestens beim Wechsel zur weiterführenden Schule wünschten sich die meisten Kinder eine neue Schultasche.

Allerdings ist der alte Ranzen dann noch meist gut in Schuss und hat höchstens ein paar kleinere Schrammen. „Einige Menschen haben sogar neue Ranzen gekauft und diese dann gespendet”, so Vogel. Das Geschäft nimmt auch weiterhin gebrauchte Ranzen als Spenden entgegen.

Eine schöne Geste sei dieses eifrige Spenden, da sind sich beide Frauen einig. Dass die Spendenaktion aber überhaupt notwendig sei, zeige, dass etwas schief laufe. „Es ist eine traurige Entwicklung, dass immer mehr Kinder auch alleine zu uns kommen und etwa nach Heften fragen”, sagt Jutta Schlockermann.

Auch aus diesem Grund sei es der Aachener Tafel wichtig, bei aller Unterstützung die Eltern nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen.

Am Donnerstag und am Freitag sowie am Montag und Dienstag, 5. und 6. September, werden die Ranzen jeweils zwischen 14 und 16 Uhr bei der Aachener Tafel, Clermontstraße 10, ausgegeben.
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