Aachen - Schulsozialarbeiter sind immer gefragter

Schulsozialarbeiter sind immer gefragter

Von: sh
Letzte Aktualisierung:
11667714.jpg
Cybermobbing, Online-Spiele, Sexting: Probleme, die mit digitalen Medien zu tun haben, beschäftigen Schulsozialarbeiter Marc Schulpin täglich. Er arbeitet an der Luise-Hensel-Realschule. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Cybermobbing, Inklusion, Flüchtlingskinder, übereifrige Eltern, traumatisierte Schüler, Vermittlung bei Konflikten jeglicher Art: Schulsozialarbeitern mangelt es wahrlich nicht an Tätigkeitsfeldern. Sie sollen den Schulalltag positiv begleiten und in Notfällen den Feuerwehrmann spielen. Doch was können sie in der immer komplexer Bildungslandschaft leisten?

Wo warten neue Herausforderungen? Wo können Synergien geschaffen werden? Darüber haben nun bei der Fachtagung zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule rund 140 Teilnehmer im Berufskolleg Käthe-Kollwitz-Schule diskutiert.

„Unsere Idee ist es, die Leute, die in der Praxis arbeiten, miteinander in Verbindung zu bringen“, erzählte Josefine Rosenberger vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion. Daher waren neben gut 50 Schulsozialarbeitern auch zahlreiche Schulleitungen, Sonderpädagogen und Mitarbeiter der sozialen Dienste der Jugendämter der Region eingeladen. Auch Studierende der mitveranstalteten Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit (KatHO) Aachen sowie Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule brachten sich bei Diskussionen und Workshops ein.

So wurden unter anderem die Themen „Interkulturelle Kompetenz“, „Trainingsmaßnahmen zur Mobbingprävention“ sowie der aktuelle Stellenwert der Schulsozialarbeit in NRW behandelt. „Diese wird zwar von allen Seiten mittlerweile als sehr wichtig anerkannt, aber es fehlt noch, dass die Schulsozialarbeit gesetzlich so verankert wird, dass sie zum System Schule dazugehört“, kritisierte Prof. Marianne Genenger-Stricker von der KatHO. Streit gab es zuletzt immer wieder über die Finanzierung der Schulsozialarbeit. Ab 2011 sind in Aachen über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes (BuT) 18 zusätzliche Stellen geschaffen worden, allerdings zunächst nur befristet.

Die Förderung ist ausgelaufen, nach großer öffentlicher Debatte sind die insgesamt 27,5 Vollzeitstellen in Aachen entfristet worden. Heißt: Die Schulsozialarbeiter müssen nicht mehr um ihre Jobs bangen. Neben Landeszuschüssen ist auch die Stadt bei der Finanzierung eingesprungen. „Es handelt sich aber immer noch um eine freiwillige Aufgabe der Jugendhilfe“, wünscht sich Ruth Comos, Teamleiterin Schulsozialarbeit des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, dass der Gesetzgeber die Schulsozialarbeit dauerhaft sichert.

Nur eine Stelle an den Gymnasien

In Aachen profitieren mittlerweile zwar alle Schulformen von den Schulsozialarbeitern, doch am Gymnasium sind sie weiterhin die Ausnahme. Lediglich das Couven verfügt über eine Stelle. Dabei steigt die Nachfrage nach ihrem Know-how stetig, und das Berufsbild wird immer beliebter. So wollen inzwischen etwa zehn Prozent der Studierenden an der Katho Schulsozialarbeiter werden, so Ute Gäs-Zeh (KatHO).

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert