„Schulschließung? Das ist nur ein Vorschlag”

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Der Protest hat viele Gesichter. Aber traurig schauen sie alle aus, die Kinder der Klaus-Hemmerle-Schule und der GHS Eilendorf. Beide Schulen, so sieht es ein Ideenkatalog von CDU, SPD und Grünen vor, sollen geschlossen werden.

Ebenso wie die Sekundarschule Kronenberg. Und auch eine Realschule steht nach AZ-Informationen auf der Kippe. Doch es waren vor allem die Eilendorfer und die Hemmerle-Schüler, die ihren Unwillen auf Bannern und Plakaten in den Schulausschuss trugen. Beschlossen wurde in dieser Sitzung nichts. Im Gegenteil.

Was sich vor Wochen bei der Ratsmehrheit noch sehr deutlich anhörte, wurde relativiert. „Es gibt keine Vorfestlegung”, sagte Christian Steins (CDU). „Wir schließen heute keine Schule, das sind doch nur Vorschläge”, erklärte Ulla Griepentrog (Grüne). Nur Matthias Dopatka von der SPD blieb deutlich: „Es ist nicht möglich, alle Hauptschulen zu erhalten. Ich verstehe, dass die Kinder traurig sind, aber es geht nicht anders.”

175 Anmeldungen liegen für sechs Aachener Hauptschulen vor. Die Zahl reicht aber gerade einmal für drei Schulen.

Politische Entschlüsse wird es aber erst nach einem Runden Tisch am kommenden Dienstag geben. Dann werden Vertreter aller weiterführenden Schulen zusammensitzen. Auch die der Gymnasien, die bei einem ersten Runden Tisch im Juli außen vor waren. Gesprächsbedarf gibt es reichlich. Auch über eine vierte Gesamtschule, die auf der politischen Wunschliste ganz oben steht und am Kronenberg eingerichtet werden soll. Allein sie wurde auch von der CDU mit Nachdruck angepriesen. „Wir wollen in diese Richtung gehen”, sagte Steins.

Begonnen hatte die Sitzung denkbar unorthodox. Sie wurde umgehend unterbrochen, damit die Elternpflegschaft der Hemmerle-Schule eine Stellungnahme vortragen durfte. Wütend, entsetzt und betroffen sei man an der katholischen Hauptschule. Man werde den Kampf nicht aufgeben. Und Hannokarl Weishaupt, Vertreter des Bistums, bat, über Alternativen nachzudenken. Dem will sich die Politik nicht verschließen.

Schulausschussvorsitzender Wolfgang Boenke (CDU) lud zum Diskurs ins Bürgerforum, Christian Steins sprach bei den schwarz-rot-grünen Plänen von einer Diskussionsgrundlage. „Dies ist eine Einladung, um Perspektiven zu entwickeln”, sagt er. Die sehen die betroffenen Schulen aber schon verloren. „Wir lieben unsere Schule”, stand auf dem Schild eines Mädchens. Die Zeichen stehen aber auf Trennung - von drei Schulen.
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