Schulpsychologischer Dienst: Mehr Anfragen, aber nicht mehr Konflikte

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Aachens Schulpsychologen haben mehr Arbeit denn je. Und das findet Inge Loisch, Teamleiterin des Schulpsychologischen Dienstes der Stadt Aachen, auch gut so.

Denn es zeigt, dass die städtischen Schulpsychologen den richtigen Weg gewählt haben. Statt „nur” als Anlaufstelle auf Probleme zu warten, ist der Schulpsychologische Dienst im Sinne der Prävention auf die Schulen zugegangen.

Und nun berichtet Loisch: „Die Anfragen im Bereich Schulentwicklung haben sich deutlich erhöht. Dies ist auf die neu eingeführten Impulsveranstaltungen zurückzuführen, die Anregungen über Veränderungen in der jeweiligen Schule anstoßen und auf das präventiv ausgerichtete Beratungskonzept in der Lehrer-Eltern-Beratung.” Das wird sie heute auch im Schulausschuss erläutern, in dem der Schulpsychologische Dienst seinen Bericht für das Schuljahr 2009/2010 vorstellt.

Während die Anfragen in den Bereichen „Individuelle Förderung durch Eltern und Lehrer gemeinsam” und bei Konflikt- und Krisenfällen etwa denen des Vorjahres entsprechen, ist „die Gesamtzahl der durch schulpsychologische Beratung erreichten Personen deutlich gewachsen”, erklärt Loisch.

Vier Schulpsychologinnen (3,2 Stellen) arbeiten für die Stadt. Im Schuljahr 2009/2010 wurden Loisch, Anja Mommer, Merja Arenmaa-Küppers und Michaela Wiese von der Studentin Lena Rüttgens als Praktikantin unterstützt. Sie waren zuständig für 89 Schulen, 2200 Lehrer und rund 30.000 Schüler. Im Schnitt war damit eine Schulpsychologin für 28 Schulen, 688 Lehrer und 9375 Schüler zuständig. Das entspricht etwa dem Landesschnitt. Dort kommen auf einen Schulpsychologen 659 Lehrer und 10.800 Schüler.

Mit der präventiven Arbeit wurden im letzten Schuljahr laut Bericht elf Schulleiter und 143 Lehrer beraten und auf diesem Weg 664 Lehrer, 1376 Eltern und 5325 Schüler erreicht. Beraten wurden aber auch Schulsozialarbeiter und Referendare. „Dabei ging es um die Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte auf persönlicher und methodischer Ebene”, erklärt Loisch. Das heißt: Wenn Pädagogen für die Probleme des Schulalltags sensibilisiert sind und wissen, wie mit ihnen umzugehen ist, lassen sich Probleme bei Schülern aber auch Lehrern verhindern.

Und so bleibt die Zahl der Krisenfälle nahezu konstant, obwohl weit mehr Lehrer und Schüler die Arbeit des Schulpsychologischen Dienstes kennen gelernt haben. 163 mal wurden die städtischen Schulpsychologen im Konfliktfall hinzugezogen. Die meisten Anfragen kamen von Grundschulen (52) und Gymnasien (36) - die besuchen in Aachen aber auch die meisten Schüler. Die weiteren Anfragen verteilen sie wie folgt: Hauptschulen 18, Realschulen 12, Gesamtschulen 21, Förderschulen 9, Berufsbildende Schulen 4. In 88 Prozent der Anfragen wurde noch am Tag des Konflikts geholfen.

Im laufenden Schuljahr nimmt sich der Schulpsychologische Dienst einer weiteren Aufgabe an: Er unterstützt die Aachener Schulen beim Aufbau von schulinternen Krisenteams für den Notfall. Also erneut zusätzliche Arbeit, aber solche, die nach Amokläufen in Städten wie Erfurt einen ernsten Hintergrund hat.
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