Schulhund „Aaron” schlägt die Neonazis in die Flucht

Von: Oliver Schmetz
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Kornelimünster. Es ist Mittwochmorgen um 4 Uhr, als im Inda-Gymnasium Schulhund „Aaron” anschlägt - und die Neonazis das Weite suchen.

Der Hausmeister erleuchtet sofort das Schulgelände. Was er da sieht, sind zunächst bloß mehrere Leute, die davonlaufen. Bei Tageslicht zeigt sich dann die ganze Bescherung. Großflächig haben die Täter zwei Schulgebäude mit rechtsradikalen Parolen und Nazi-Symbolen beschmiert. Auf der Außenwand der Turnhalle und der Fassade des Neubaus prangen ein großes Hakenkreuz und Schriftzüge.

„Nationalsozialismus” steht dort etwa. „Hitler” sollte dort wohl auch stehen, doch da ist „Aaron” vor: Der Schmierer bekommt es mit der Angst zu tun, als der Hund losbellt, und muss mitten im Wort abbrechen.

Gleichwohl ist das Entsetzen im fast 100-köpfigen Kollegium und unter den mehr als 1200 Schülern groß. „In diesem Ausmaß haben wir so etwas hier noch nicht gehabt”, erklärt Schulleiter Arthur Bierganz. Zwar habe man schon mal das Kürzel „KAL” - für die Neonazi-Organisation „Kameradschaft Aachener Land” - auf dem _Gelände entdeckt, doch sei dies „eher versteckt” gewesen.

Auch kann sich der Schulleiter nicht vorstellen, dass die Täter aus seiner Schülerschaft stammen. „Mit Rechtsradikalismus haben wir hier gottseidank nichts zu tun”, sagt er. Entsetzt ist man an der Schule auch darüber, dass durch die Schmierereien ein großes Wandgemälde beschädigt wurde, das unter Beteiligung südafrikanischer Schüler entstanden ist. Ob die Täter diese Arbeit bewusst zerstören wollten, darüber mag Bierganz nicht spekulieren. „Ich denke eher, es war Zufall, dass es unsere Schule getroffen hat. Wir liegen ja etwas abseits”, sagt der Schulleiter.

Zufall oder nicht: Die Tat reiht sich ein in eine Serie von rechtsradikalen Übergriffen und Schmierereien in diesem Jahr, die ihren Höhepunkt in dem Anschlag auf den Jüdischen Friedhof fand. „Doch wir hier im Südraum sind ja auch gebrannte Kinder”, denkt der Walheimer CDU-Vorsitzende Hans Müller etwas weiter zurück. Drei Jahre ist es her, dass die Kirche St. Anna in Walheim mit Hakenkreuzen beschmiert wurde und 400 Menschen demonstrierten.

„Die Bevölkerung stand damals auf”, erinnert sich Müller. Ähnliches wolle die Politik nun interfraktionell anstoßen, sagt er. Geplant sei eine öffentliche Diskussionsrunde zum Thema, denn: „Wir müssen dagegen etwas tun.”
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