Schulen öffnen ihre Türen für Quereinsteiger

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Für Quereinsteiger öffnen sich überall die Türen. Denn sie und (Lehramts-)Studenten haben sich als Antwort auf Lehrermangel bewährt. „Das läuft sehr positiv. Studenten meistern ihre Aufgabe bei uns mit Bravour, auch Menschen, die schon im Berufsleben standen, entpuppen sich als großer Gewinn”, erklärt der Leiter des Aachener Gymnasiums St. Leonhard, Stefan Menzel.

„Es gibt Fächer, da nehmen wir sie mit Kusshand - etwa Informatik und Latein”, berichtet die stellvertretende Schulleiterin des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster, Martina Schneider. Denn immer wieder gibt es Engpässe - gerade an Gymnasien und Grundschulen -, wenn Lehrer in Elternzeit gehen oder langwierige Erkrankungen auftreten.

Für solche Fälle hat das Schulministerium zunächst das Programm „Geld statt Stelle” und nun den Nachfolger „Flexible Mittel für Vertretungsunterricht” ausgeschrieben, das es den Schulen ermöglicht, auch Nicht-Lehrer in den langfristigen Vertretungsdienst aufzunehmen. Dies können Lehramtsanwärter sein, andere Hochschulabsolventen, auch pensionierte Lehrer oder eben Menschen mit akademischer Ausbildung, die einen anderen Beruf erlernt haben - also Quereinsteiger. „Wir machen da gute Erfahrungen”, sagt Trixi Bartz, stellvertretende Leiterin des St. Leonhard.

Zeugnisse nach Vertragsende

Kompliziert wird es, wenn diese Vertreter vertreten werden müssen. Deren Verträge laufen nämlich meist ein halbes Jahr, aber das entspricht eben nicht dem Schulhalbjahr. Sprich: Eine Vielzahl an Vertretungslehrerverträgen läuft zum 31. Januar aus, Zeugnisse gibt es aber erst am 11. Februar. Das ist spät, denn sonst werden die Zeugnisse meist um den Monatswechsel ausgeteilt. In Einzelfällen verlieren Schüler in diesem Jahr für die letzten Unterrichtswochen des Halbjahres den vertrauten Lehrer. Oftmals treten in diesen Fällen Lehramtsstudenten ihr Referendariat an, denn auch das beginnt zum 1. Februar. So auch in einem Beispiel am St. Leonhard.

Die letzten Stunden des Halbjahres fallen in diesem Fall aber keineswegs aus, sind auch nicht „wertlos”, denn die Zeugniskonferenzen sind Anfang Februar, die Noten müssen also zum 31. Januar ohnehin feststehen, und eine Nachfolge ist beantragt und wird ihren Dienst zum 1. Februar antreten. „Die Bezirksregierung reagiert unglaublich schnell, und wir machen sehr gute Erfahrungen”, erklärt Schulleiter Menzel. Bei der Bezirksregierung wird erklärt, „die Verträge mit den Vertretungslehrern werden antragsgemäß nach Wunsch der Schulen bearbeitet”.

Problematisch wird die Situation erst, wenn kein Nachfolger da ist. In der Hochschulstadt Aachen sind es vor allem Studenten, die ein großes Reservoir an Vertretungslehrern bilden, aber eben nicht nach Heinsberg oder Geilenkirchen fahren. Dort ist die Situation schwieriger.

Wie viele solcher Vertretungslehrer es in Aachen gibt, ist nicht erfasst, die Bezirksregierung gibt auf Anfrage aber bekannt, dass 8000 Vorgänge - darunter viele Vertragsverlängerungen - im Jahr berücksichtigt werden - allerdings im gesamten Regierungsbezirk. Aktuell werden übrigens 237 Vertretungslehrer im Regierungsbezirk Köln gesucht. Die meisten Stellenangebote starten am 1. Februar. Und die Schulen öffnen geeigneten Kandidaten bereitwillig die Türen. Trixi Bartz: „Dies ist eine tolle Möglichkeit, Ausfälle im Kollegium zu kompensieren.”
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