Aachen - Schule ist mehr als eine Lehreinrichtung

Schule ist mehr als eine Lehreinrichtung

Von: Marie Eckert
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„Ehre, wem Ehre gebührt“: Für ihr volbildliches und breit gefächertes Engagement wurden die Schülerinnen und Schüler gestern von Dezernentin Susanne Schwier (ganz rechts) ausgezeichnet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schon seit mehr als 15 Jahren werden die Aachener Schülerinnen und Schüler geehrt, die sich für ihre Schule oder deren Umfeld engagieren. Egal ob Schülersprecher, Theater oder naturwissenschaftliche Forschung – frei nach dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“ konnten sich am Montag acht Schüler und zwei Gruppen ihre Auszeichnungen in der Aula des St. Leonhard-Gymnasiums abholen.

Den Anfang machte Nathalie Tuzolana-Kianzuaku vom St. Ursula-Gymnasium – nicht aber mit ihrer Auszeichnung, sondern mit einer musikalischen Darbietung. Das Lied hat die Schülerin gemeinsam mit einem syrischen Mädchen geschrieben, das selber fliehen musste. Kein Wunder also, dass der Song das Thema „Flucht“ aus allen möglichen Krisengebieten zum Inhalt hat.

Danach gab’s dann die Urkunde für die Schülerin, denn: Nathalie Tuzolana-Kianzuaku engagiert sich seit 2013 in verschiedenen Projekten für die leichtere Eingewöhnung von Flüchtlingen. Auch nach dem Ende der Projekte trifft sie sich jeden Montag mit den Kindern und Jugendlichen. In ihrer Schule ist sie SV-Mitglied, stellvertretende Schülersprecherin der Mittelstufe und Mitglied des Arbeitskreises „Inklusion“.

Avin Khalaf geht in die Oberstufe des Kaiser-Karls-Gymnasium. Seit der siebten Klasse ist sie in der Schülervertretung aktiv, seit dem aktuellen Schuljahr ist sie Schülersprecherin. Außerdem spielt sie in zwei Theaterprojekten, schreibt für die Zeitung „Karlsschüler“, gibt Nachhilfe beim Aachener Bildungs- und Integrationsverein „HEVI“ und nimmt regelmäßig an den Bezirksdelegiertenkonferenzen der Schülervertretungen teil.

Marcella Arndt vom Bischöflichen Pius-Gymnasium hat seit 2013 mehrere Preise in den Bereichen Chemie und Technik gewinnen können, unter anderem 2015 bei „Jugend forscht“: Dort belegte sie mit einer Gruppe den zweiten Platz auf regionaler Ebene zum Thema „Lass Wärme in dein Haus – aber natürlich!“. Ebenfalls auf dem Pius-Gymnasium ist Sina Geissler. Sie ist ausgebildete Kontaktschülerin und ist damit Ansprechpartnerin bei Streitigkeiten, in Notsituationen bis hin zu Mobbing oder Suchtproblemen. Außerdem singt die Schülerin bei „Pius Celebration“, einer Vocal- und Instrumentalgruppe zur Gestaltung von Schulgottesdiensten – unter anderem hat sie auch schon ehrenamtlich an Benefizkonzerten teilgenommen.

Steffen Franßen aus der Oberstufe des Rhein-Maas-Gymnasiums ist seit der neunten Klasse im Schulsanitätsdienst und wurde wegen seines Engagements schon nach einem halben Jahr „Oberschulsanitäter“. Er ist außerdem seit über zehn Jahren ehrenamtlich bei der DLRG Aachen tätig, hält Wachdienst am Rursee und hilft ehrenamtlich bei Veranstaltungen des Jugendkulturcafés „PINU´U“.

Jakob Jürgens geht in die Oberstufe des St. Leonhard-Gymnasiums. Er ist Schülervertreter in der Mathematik- und Physikkonferenz, SV-Mitglied und mittlerweile auch Schülersprecher; außerdem gibt er anderen Schülern Nachhilfe. Er hat ein besonderes mathematisch-naturwissenschaftliches Verständnis und ein großes Interesse an komplexen Sachverhalten, wie der Metamathematik sowie der Beweis- und Zahlentheorie und hat schon an verschiedenen außerschulischen Wettbewerben in den Naturwissenschaften teilgenommen.

Magomed Khasaev aus der Oberstufe des St. Leonhard-Gymnasiums fällt vor allem durch sein rhetorisches Talent und durch sein Interesse an politischen Themen auf. Er ist seit zwei Jahren Schülersprecher, leitet die SV und nimmt unter anderem an Schulkonferenzen teil.

Der Schüler engagiert sich außerdem für die Initiative „Viva con Aqua“ und trainiert junge Boxer, die sich auf ihren ersten Kampf vorbereiten. Elif Yildiz vom Inda-Gymnasium ist seit der fünften Klasse Klassensprecherin und seit 2013 Stufensprecherin. Sie hilft außerdem beim Schulsanitätsdienst, leitet die Gruppe „Fairer Handel am Inda“, engagiert sich im Comenius-Projekt und ist seit Jahren Tutorin für junge Schüler.

Bei den Gruppenehrungen standen zwei Preisträger auf der Bühne der Aula: Das „Projekt Europa“ vom Einhard-Gymnasium und die Gruppe „rohestheather“ von der Mies-von-der-Rohe-Schule. Beim „Projekt Europa“ engagieren sich die Schüler seit Jahren für Aktionen, die zeigen, dass ihre Schule tatsächlich eine Europaschule ist. Neben verschiedenen Ausstellungen und Ideen rund um die Europawahl hat die Gruppe eine Podiumsdiskussion mit Europa-Politikern und Parteien präsentiert.

Die Gruppe „rohestheater“ hat im vergangenen Jahr ein eigenes Stück mit dem Namen „1914-2014 HURRA“ produziert und war in der Endrunde des Theater der Jugend in Berlin dabei. Die Schüler haben außerdem das internationale Friedensfestival „bina mira“ in Aachen mitorganisiert und gestalteten die Gedenkfeier der jüdisch-christlichen Gemeinschaft zur Erinnerung an die Reichspogromnacht im Rathaussaal mit.

Bei der Schülerehrung gab’s für alle Zuschauer und Beteiligten einen kleinen Einblick in das Stück der Theatergruppe. Sehr dicht sei schon der Trailer, der auf die Leinwand projiziert wurde, sagte Kulturdezernentin Susanne Schwier, die stellvertretend für OB Marcel Philipp die Urkunden verteilte. „Ein schwieriges Thema habt ihr euch da vorgenommen“, fügte sie hinzu. Im Stück „1914-2014“, das bisher insgesamt 17 Mal aufgeführt wurde, widmet sich die Gruppe dem Thema Krieg, und zwar mit einem Mix aus Gesang, Tanz, Schauspiel und Lesungen.

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