Schuldnerberatung wurde aufgestockt

Von: Philipp Schröders
Letzte Aktualisierung:
diakoniebild
Wollen Leuten, die unter Schulden leiden, aus der Falle helfen: Das Team der Schuldnerberatung beim Diakonischen Werk. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Jeder kennt die Versprechungen der Werbung: „Kaufen sie jetzt und zahlen sie später” oder „Erfüllen sie sich ihre Wünsche mit einem günstigen Sofortkredit”. Auf den ersten Blick verlockende Angebote: Doch wenn zu den Ratenzahlungen die laufenden Kosten kommen, verlieren viele Menschen den Überblick über ihr Konto.

Oft dreht sich die Schuldenspirale so weit, dass die Betroffenen ihre Miete nicht mehr bezahlen können.

Die Mitarbeiter der Schuldnerberatung des diakonischen Werkes helfen Menschen, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Anfang des Jahres hat der Sozialausschuss der Stadt Aachen beschlossen, eine weitere Stelle zu finanzieren. Diese teilen sich inzwischen zwei Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werkes.

Nurgül Iri berät Menschen im Ostviertel und Gabriele Bischoff-Bremen arbeitet im Beratungszentrum West. Zudem wurde das Gebäude auf der Vaalser Straße ausgebaut und nun offiziell eingeweiht.

Abteilungsleiter Armin Carduck betont, dass die Nachfrage nach Beratungen in den vergangenen Jahren gestiegen ist. 2008 hat das Diakonische Werk zusammen mit der Schuldnerberatung Aachen 1309 Klienten betreut.

Wer glaubt, es handele sich hierbei um ein „Unterschichtenproblem”, hat sich getäuscht. „Auch Mittelschichtfamilien sind betroffen. Zum Beispiel können viele nach einer Scheidung nicht mehr die Raten für das Haus bezahlen”, erklärt Carduck. Zudem geraten die meisten Menschen in die Schuldenfalle, da sie arbeitslos oder krank geworden sind.

Daher sei es wichtig nicht nur im Ostviertel, der am höchsten verschuldeten Region in Aachen, vertreten zu sein, sondern auch auf der Vaalser Straße. Carduck: „Der Aachener Westen ist ein großer Einzugsbereich. Hier können wir viele Menschen erreichen.”

Ein weiterer Vorteil des Beratungszentrums West: In dem Gebäude ist eine vernetzte Betreuung möglich. Andere Mitarbeiter bieten im Haus Sozial-, Familien- und Mutter-Kind-Kurberatungen an. „Viele Menschen die ein Schuldenproblem haben, sind auch in einer familiären Krise. Diese können wir dann im Beratungszentrum direkt weitervermitteln”, sagt Bischoff-Bremen.

Für die Zukunft wünschen sich die Berater auch präventiv zu arbeiten. Dies sei aufgrund der finanziellen Lage derzeit nicht möglich, würde aber gerade bei Jugendlichen Erfolge bringen. Nicht umsonst appelliert Carduck an die Betroffenen, sich möglichst direkt an die Schuldnerberatung zu wenden: „So können wir früh einen Lösungsweg finden.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert