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Schüsse in der Metzgerstraße: Zeuge ist sich nicht mehr sicher

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Einer der Hauptbelastungszeugen gegen die drei Angeklagten, die sich vor einer Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts (Vorsitz Richter Hans Wimmer) wegen zweier Salven in Wildwestmanier abgegebenen Schüsse auf eine Menschengruppe an der Ecke Metzger- und Feldstraße verantworten müssen, knickte am Dienstag bei der Befragung durch den Vorsitzenden der Kammer ein.

Der Aachener Boxer Denis S. (24) und sein Kumpel Christian V. (36) sollen laut Anklage in jenem Mercedes gesessen haben, der am Abend des 17. Juni dieses Jahres wie in einem Mafiafilm langsam die Metzgerstraße abfuhr. Dann, an der Ecke zur Feldstraße, schilderte der 26-jährige Zeuge am Dienstag als ein unverletzt davongekommenes Opfer dem Gericht, habe jemand aus dem Wagen plötzlich das Feuer aus einer Waffe eröffnet.

Wie er selber duckten sich die Brüder und andere Familienangehörige hinter die parkenden Autos. „Die kamen langsam, fuhren Schritttempo“, beschrieb er die Szene. Ob er etwas gesehen habe, wollte der Richter natürlich wissen. Ja, nach der ersten Salve habe er vorsichtig den Kopf hervorgestreckt und den Wagen beobachtet. Einer der Brüder hatte sich noch weiter vorgewagt, konnte sich das Kennzeichen merken. Dann habe der Mercedes gewendet, sei langsam zurückgefahren, wieder wurde das Feuer eröffnet.

Damals sei er sicher gewesen, den „Denis und den Christian“ durch die Fensteröffnung erkannt zu haben, bestätigte der Zeuge seine erste Einlassung bei der Polizei. Jetzt allerdings sei er nicht mehr sicher, Zweifel plagten ihn, ob Christian V. und Denis S. die Täter waren. Das habe er eher aus der Situation geschlossen, auch sein Bruder habe das gerufen. Christian V. ist mit der dort in der Feldstraße lebenden, weit verzweigten Familie verwandt. Man kannte sich bereits ewig, lag aber seit etwa zwei bis drei Wochen im Streit wegen einiger unschöner Vorfälle untereinander.

Wie so oft ging es um Auseinandersetzungen mit Türstehern. Wochen vorher, in der inzwischen geschlossenen Disko „Stairs“, hatten die selbst als Türsteher tätigen Denis S. und Christian V. den Zeugen noch vor dem Zugriff anderer Türsteher bewahrt. Trotzdem schaukelte sich danach eine Fehde hoch, von der heute niemand so recht weiß, wie sie entstand.

Dann wurde fleißig telefoniert, gegenseitige Bedrohungsszenarien schaukelten sich per SMS hoch. „Ich verstehe das nicht, das ist doch eigentlich alles Familie“, wunderte sich der selber in einer anderen Sache in Haft sitzende Zeuge. Gefahren hat den Wagen nach eigenen Angaben ein anderer. Der stellte sich freiwillig und sitzt nun mit auf der Anklagebank. Der Zeuge erkannte ihn nicht. Der Prozess geht Freitag weiter.

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